Vertreter der Wirtschaft und nicht der Arbeiter.

Aktualisiert: 14. März


(Korrespondenz aus dem Betrieb)



Die Arbeiterkammer sollte doch eigentlich für die Arbeiterinnen und Arbeiter da sein und nicht gegen sie arbeiten, wie bei einigen Fällen in Steyr.


In einem Kunststoffbetrieb in Oberösterreich gab es, laut den Aussagen zahlreicher Arbeiter, mehrere Meldungen bei der AK wegen Ruhezeiten, Betriebsrat und Arbeitssicherheit. Alles Beispiele wo einem die Arbeiterkammer doch helfen sollte - sollte man meinen. Dass das oft nicht der Fall ist, mussten schon zahlreiche Arbeiter am eigenen Leib erfahren. Es scheint so, dass man nur vertreten wird, wenn gewonnen werden kann. In diesem Betrieb wurden die Arbeiterinnen und Arbeiter die diese Verstöße gemeldet haben, gekündigt oder kündigten gezwungenermaßen selbst, weil der Chef über die AK-Meldung informiert wurde. Traurig, dass wenn man um Unterstützung bei der sogenannten Interessenvertretung bittet, man dafür verraten und im Stich gelassen wird.


Mit Sicherheit gibt es bei der AK Leute, die einem helfen wollen, doch können es oft nicht, wegen der Führung der AK und ihren Führungspositionen, die dann doch das letzte Wort haben. Ein von Korruption und wirtschaftlich verseuchter Haufen mag man dann meinen. Doch damit zeigt sich doch ganz eindeutig, dass die Arbeiterinnen und Arbeiter mehr in ihre eigene Kraft vertrauen müssen. Denn unsere sogenannten Interessenvertreter, vertreten unsere Interessen nicht mehr so, wie es früher einmal der Fall war. Das zeigt sich auch bei den KV-Verhandlungen, wo eine Lohnerhöhung von unter 5,2 Prozent eine Lohnkürzung bedeutet und sich das Leben für viele nicht mehr so ausgehen kann. Erst wenn sich die Arbeiterinnen und Arbeiter zusammenschließen und für ihre Rechte kämpfen, werden Verbesserungen erzielt. So wie bei Greiner, wo die Belegschaft durch einen Streik besseren Arbeiterschutz am Anfang der Pandemie erkämpften.



Bildquelle: Arbeiterkammer Linz.JPG - Wikimedia Commons


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