top of page

Korrespondenz: Und der Dank war Rausschmiss.

  • Paul M.
  • 13. Nov. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

(Korrespondenz aus dem Betrieb)

 



Ich habe in einem kleinen Betrieb gearbeitet, der für zahlreiche andere Firmen Getriebe produziert. Da ich vor habe eine Weile wegzugehen, lehnte ich die Übernahme ab (ich war über eine Leasingfirma dort beschäftigt). Ich hätte aber garantiert, dass ich wieder dort arbeiten würde wenn ich zurück bin – da ich dort gerne gearbeitet habe. Alles war in Ordnung, doch dann kam der Schock...

 

Da es ein sehr kleiner Betrieb war, ging es dort relativ familiär zu. Deshalb wollte ich zuvorkommend sein und teilte meinem Chef frühzeitig mit, dass ich in ein paar Monaten für einige Zeit weggehen werde. Ich dachte mir, es sei eine gute Firma, ein „Guter Chef“. Ich hatte geglaubt es sei dem Chef gegenüber gerecht, damit er sich darauf einstellen kann und rechtzeitig jemanden als Ersatz findet. Vor allem weil er immer zu mir sagte, wie froh er sei jemanden Vernünftigen für diese Arbeit gefunden zu haben. Jemanden auf den man sich verlassen könne... Doch dann wurde ich kurz darauf Mitte Oktober gekündigt, da sie gleich jemand Neues gefunden hatten. Als ich meinen Vorarbeiter fragte wieso nicht gewartet wurde bis ich gehe, meinte dieser dass der Chef zu ihm sagte: „Wir sind ja kein Sozialverein, wenn er gehen möchte dann soll er halt.“ Es war für mich ein Schock. Der „gute Chef“ war doch nicht so gut, wie ich gedacht hätte. Und nun stehe ich ohne Arbeit da.

 

Da begriff ich, dass es so etwas wie einen „guten Chef“ nicht gibt. Es ist keine moralische Frage, nicht die Frage von „Gut“ und „Böse“. Sondern es stehen die einen gegen die anderen Interessen. Ich habe meine Lektion gelernt. Auch wenn es noch so ein „guter Chef“ ist - du bist als Arbeiter nichts wert und schneller ersetzt, als du schauen kannst. Kein Dank für die harte Arbeit die man in der ganzen Zeit geleistet hat. Ich wollte das mit euch teilen da es als lernendes Beispiel dienen soll. An alle die denken es sei ein „Miteinander“ zwischen Chefs und Arbeitern. Der Chef wird immer zuerst an seine Interessen denken, nicht an uns. Auch wenn es anders aussieht, darf man sich nicht täuschen lassen!




                                                                                                                                                                       


Was sind Korrespondenzen?

 

Korrespondenzen sind Beiträge aus verschiedenen Teilen der Bevölkerung, sozusagen ein direktes Sprachrohr aus dem Volk. Ihre Gemeinsamkeit ist, dass die jeweiligen Korrespondenten direkt aus ihrem alltäglichen Leben berichten: aus dem Betrieb, dem Viertel, der Familie, der Schule, usw… Als Presse aus dem Volk, drückt die revolutionäre und demokratische Presse nicht nur die Interessen des Großteils der Bevölkerung aus, sondern bindet deren Repräsentantinnen und Repräsentanten auch aktiv ein, gibt ihnen eine Stimme, präsentiert die verschiedenen Meinungen und Ideen aus den Massen um sie miteinander vergleichen zu können und in Diskussion treten zu lassen. Daher finden in der Roten Fahne die Arbeiterinnen und Arbeiter, Stimmen der Jugend- und Frauenbewegung, der Studierenden, der Gewerkschaftskräfte, der Migrantinnen und Migranten ebenso wie der kleinen Selbstständigen und Gewerbetreibenden, Stimmen aus Stadt und Land, eine Plattform und ein Organ. Die Korrespondenten sind keine Redaktionsmitglieder, weshalb sie auch nicht im engeren Sinne an die Blattlinie gebunden sind, sondern “ihre Stimme” zum Ausdruck bringen.

 

Wie kann man Korrespondent der Roten Fahne werden?

 

Möchtest du aus deinem Betrieb, dem Viertel, der Familie, oder Nachbarschaft berichten? Dann schreibe uns unter korrespondenz@rotefahne.at und schildere kurz warum du Korrespondent sein und worüber du berichten möchtest.

 

 

Kommentare


bottom of page