• Paul M.

Lohnniveau im Keller

Aktualisiert: 9. Juni

Korrespondenz aus dem Betrieb


In der Kunststofftechnikfirma in Oberösterreich in der ich arbeite, wird es mit dem sogenannten “Fairen Lohn“, von dem die Politiker oft reden, nicht so ernst genommen. Nicht nur allgemein unter den Arbeiter sondern auch bei der Frage gleicher Lohn für Frau und Mann.


Da jetzt die KV-Verhandlungen anfangen und der Lohn bei den meisten Arbeitern und Angestellten gerade mal zum Leben reicht, braucht es jetzt unbedingt eine starke Erhöhung. Umso mehr ist es eine Frechheit wie die Löhne in dem Betrieb sind. Auch die großen Unterschiede bei den Arbeiterinnen, die die gleiche Arbeit machen, sind eine Frechheit. So verdient eine Frau im Durchschnitt 2€ pro Stunde weniger als ein Mann mit genau der selben Arbeit, denn bis auf den Lohn gibt es keinen Unterschied. Damit bekommen sie im Monat 150€-200€ weniger als ihre männlichen Kollegen. Eine Arbeiterin, die im Betrieb gelernt hat erzählt, dass sie um 1€ weniger verdient als ein Arbeiter der neu anfängt und noch dazu ein Neueinsteiger ist. Auch der Unterschied unter den Männer ist katastrophal: “Ein neuer Arbeiter verdient mehr als ein Arbeiter der schon seit Jahren im Betrieb ist“ so ein Arbeiter. Teilweise arbeiten die Arbeiter wochenlang durch, da sie bei der schlechten Bezahlung auf die Überstunden am Wochenende angewiesen sind. Von der Betriebsleitung wird die „Freiwilligkeit“ betont und es als Zuckerl verkauft um sich den Lohn aufzubessern. Da wird auch vor den Ruhezeiten nicht Halt gemacht, das heißt, dass ein Arbeiter der am Sonntag Nachmittagsschicht hat bis 21:00 Uhr arbeitet und am Montag um 4:45 Uhr zur Frühschicht erscheinen muss. Das ist auch die Ausrede der Geschäftsleitung bei den Lohnverhandlungen. Wenn ein Arbeiter mehr Lohn fordert, kommt als Antwort, dass man ja sowieso am Wochenende arbeiten kann und Überstunden machen solle, wenn es nicht reichen würde. Obwohl es in dem Betrieb nur Schichtarbeit gibt ist die Bezahlung unter aller Sau, so ist der Durchschnittslohn in der Produktion auf unter 1500€ netto, also eine bodenlose Frechheit, ein Lohnniveau im Keller!



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Was sind Korrespondenzen?


Korrespondenzen sind Beiträge aus verschiedenen Teilen der Bevölkerung, sozusagen ein direktes Sprachrohr aus dem Volk. Ihre Gemeinsamkeit ist, dass die jeweiligen Korrespondenten direkt aus ihrem alltäglichen Leben berichten: aus dem Betrieb, dem Viertel, der Familie, der Schule, usw… Als Presse aus dem Volk, drückt die revolutionäre und demokratische Presse nicht nur die Interessen des Großteils der Bevölkerung aus, sondern bindet deren Repräsentantinnen und Repräsentanten auch aktiv ein, gibt ihnen eine Stimme, präsentiert die verschiedenen Meinungen und Ideen aus den Massen um sie miteinander vergleichen zu können und in Diskussion treten zu lassen. Daher finden in der Roten Fahne die Arbeiterinnen und Arbeiter, Stimmen der Jugend- und Frauenbewegung, der Studierenden, der Gewerkschaftskräfte, der Migrantinnen und Migranten ebenso wie der kleinen Selbstständigen und Gewerbetreibenden, Stimmen aus Stadt und Land, eine Plattform und ein Organ. Die Korrespondenten sind keine Redaktionsmitglieder, weshalb sie auch nicht im engeren Sinne an die Blattlinie gebunden sind, sondern “ihre Stimme” zum Ausdruck bringen.



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