5. Jahrestag der Ermordung von Abimael Guzmán, dem „Vorsitzenden Gonzalo“

Am diesjährigen 11. September jährt sich der Tod des peruanischen Revolutionsführers Abimael Guzmán, bekannt als Vorsitzender Gonzalo, das fünfte Mal. Nach knapp 30 Jahren der Gefangenschaft starb er im Gefängnis, hinterließ jedoch ein Erbe das für alle Revolutionäre der Welt von Bedeutung ist.
Vor diesem Hintergrund möchten wir diesen Jahrestag der Ermordung nutzen, um auf eines unserer Dossiers hinzuweisen, das sich dem Thema der peruanischen Revolution und damit naturgemäß auch sehr stark dem Leben und Wirken des Kommunisten Guzmán widmet.
Hier das Vorwort zum Dossier, erschienen im November 2021, einen Monat nach dem Tod des Revolutionsführers.
Vorwort
In den letzten Jahrzehnten kann beobachtet werden, dass die Imperialisten oftmals sehr stark zwischen „guten“ und „schlechten“ Widerstandsbewegungen unterscheiden, gezielt Bewegungen für sogenannten „Regime-Change“ aufbauen und unterstützen, oder durch Wirtschaftsblockaden unliebsame Regierungen zu stürzen versuchen. Angebliche „Demokratiebewegungen“ werden in den Himmel gelobt, wenn sie den Zielen der jeweiligen Großmächte dienlich sind. Verschwiegen oder bis aufs Äußerste diffamiert werden hingegen jene Bewegungen, die tatsächlich die Macht Kapitals ins Wanken bringen und mit dem Ziel der revolutionären Umwälzung der Verhältnisse große Teile der Massen in Bewegung versetzen. So ergeht es auch der peruanischen Revolution, welche die Beseitigung der jahrhundertelangen Unterdrückung und Ausbeutung zum Ziel hat und deshalb mit äußerster Wut und Terror durch die Imperialisten und ihre peruanische Marionetten-Regierungen bekämpft wird.
Am 11. September 2021 jagte eine Schlagzeile aus Peru durch die internationalen Mainstream-Medien: Der Anführer des sogenannten „Sendero Luminoso“ (Leuchtender Pfad) verstarb nach knapp 30 Jahren in Isolationshaft. Abimael Guzmán Reynoso, bekannt als „Vorsitzender Gonzalo“ (weil er Vorsitzender der Kommunistischen Partei Perus war), wurde als „Terrorist“ und „Bandenführer“ in den schwärzesten Farben gemalt. Und doch blieb in der Berichterstattung der Geschmack der Angst der peruanischen und US-amerikanischen Eliten hängen. Warum jubeln die Mächtigen der Welt, wenn jemand nach 30 Jahren Haft verstirbt? Vor allem aufgrund der breiten Unterstützung welche die peruanische Revolution innerhalb der Bevölkerung genoss und bis heute hat. Dieser Teil der peruanischen Geschichte wird in unserem Dossier von unterschiedlichen Seiten beleuchtet, weil es jene Periode war, in der die Interessen des unterdrückten peruanischen Volkes in konzentriertester Form zum Ausdruck kamen. Eine Periode, in der die Jahrhunderte andauernde Fremdbeherrschung und Unterdrückung durch einen kräftigen Stoß der Revolution ins Wanken geriet und all die Leiden der Bevölkerung in organisierte Kampfeskraft gegossen waren.
Der erste Artikel des Dossiers „Volkskrieg gleich Guerillakrieg? Aspekte der Militärpolitik der peruanischen Revolution.“ beschäftigt sich mit der Militärtheorie die in der Revolution durch die Kommunistische Partei angewandt wurde. Im Artikel werden die verschiedenen Etappen der Revolution beschrieben und wie sich der Kampf Schritt für Schritt auf immer höherem Niveau entwickelte. Der Beitrag beschäftigt sich mit der militärischen Theorie des „Volkskriegs“, welche in Peru zur Anwendung kam, und beispielsweise auch heute in zahlreichen weiteren Revolutionen angewendet wird (bspw. auch in Indien, der Türkei und auf den Philippinen).
Wie in allen großen revolutionären Kämpfen wurde auch in Peru versucht, die Revolution durch konterrevolutionäre Kriegsführung und Hetzkampagnen auszulöschen, bzw. deren Sympathie in der Bevölkerung zu brechen. Am Beispiel Perus griffen die peruanischen Machthaber und ihre Befehlsgeber, die USA, sogar zum Mittel des Genozids und der Abschreckung der Bevölkerung durch Tötungen und Folter. Ein Beispiel zeigt besonders gut wie die USA und deren Erfüllungsgehilfen in Peru die revolutionären Bestrebungen im Volk brechen wollten: das Beispiel von Lucanamarca. Liest man in populären und halbseidenen Monopolmedien wie Wikipedia, wird das „Massaker von Lucanamarca“ bis heute exemplarisch dafür herangezogen, warum der revolutionäre Kampf gegen die Herrschaft des Imperialismus, auf jeden Fall „falsch“ gewesen wäre. Der Beitrag „Lucanamarca – Eine Dämonisierungskampagne gegen die peruanische Revolution.“ analysiert die Ereignisse, welche in den 1980er Jahren in Lucanamarca stattgefunden haben und zeigt damit auf, dass solche „Hetzkampagnen“ bewusst durch die Imperialisten geschürt werden. Es ist ein weiteres Beispiel wie Lügen und falsche Darstellungen über jahrelange Kampagnen zur „Wahrheit“ verdreht werden.
Um unseren Leserinnen und Lesern ein möglichst umfassendes Bild weiterzugeben, beschäftigt sich der dritte Beitrag des Dossiers mit der Malerei in der peruanischen Revolution. Zahlreiche Malereien werden im Artikel „‘Magische Revolution‘: Malerei und Volkskrieg in Peru“ in die jeweilige ihnen entsprechende Kunstgattung eingeordnet, sowie Hintergründe, Motive und Bedeutung der Kunstwerke analysiert. Die facettenreiche und eindrucksvolle Malerei, welche durch die revolutionäre Bewegung hervorgebracht wurde, spricht für sich und eröffnet dem Betrachter eine Erfassung ihrer Verfasstheit, Organisiertheit und Ziele.
Der letzte Dossier-Beitrag „Präsident Pedro Castillos Verbindungen zur Konterrevolution in Peru“
zieht eine Verbindung zwischen dem derzeitigen peruanischen Präsidenten Pedro Castillo zum Aufbau der konterrevolutionären Einheiten gegen die revolutionäre Bewegung. Castillo, der sich selbst gerne als „Kommunist“, bzw. „Marxist-Leninist“ darstellt, während er gleichzeitig die Forderungen der US-Imperialisten zur Unterdrückung und Ausbeutung des Volkes willig erfüllt, ist nicht umsonst ein Freund der Reichen in den USA. Der Beitrag beleuchtet die Vergangenheit des Präsidenten und damit auch die bewusste Rekrutierung halbfeudaler Kräfte am Land im Kampf gegen das Volk.
Redaktion Die Roten Fahne







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