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Gesundheitswesen in Kuba: Erfolge des Kampfes gegen den Imperialismus

vor 2 Stunden
3 Min. Lesezeit



Kuba sei ein „failed state“, so US-Außenminister Marco Rubio als Teil der Propaganda einer drohenden Aggression gegen den Inselstaat. Dagegen steht das Beispiel des kubanischen Gesundheitswesens: „Tatsächlich hat Kuba, obwohl es 2014 um $6,928 (73.68%) weniger pro Kopf für Gesundheitsleistungen ausgegeben hat als die Vereinigten Staaten eine um 26% niedrigere Kindersterblichkeit und 0,7% höhere Lebenserwartung für dieses Jahr verzeichnet.“ (1) Diese sozialen Erfolge gibt es so in keinem anderen lateinamerikanischen Land und sie alle wurden trotz permanenter Blockade und Drohungen der USA errungen.


Der Revolutionär Che Guevara beschrieb 1960 in seiner Rede „Über revolutionäre Medizin“, dass erst die kubanische Revolution die Voraussetzung für die Bekämpfung der bisher vorherrschenden „Armut, Hunger und Krankheit“ geschaffen hat. Durch die Befreiung vom alten Marionettenregime des US-Imperialismus: „Unser Feind, und der Feind von ganz Amerika, ist die monopolpoisitische Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika. Wenn jetzt jeder weiß, dass das der Feind ist, und außerdem bekannt wird dass jeder der dagegen kämpft etwas mit uns gemeinsam hat, kommen wir zum zweiten Teil. Was sind jetzt, für Kuba, was sind unsere Ziele? Was wollen wir? Wollen wir oder wollen wir nicht das Glück des Volkes? Kämpfen wir, oder kämpfen wir nicht für die vollständige ökonomische Befreiung von Kuba?“ (2) Die folgende Periode der nationalen Entwicklung durch die kubanische Revolution legte auch den Grundstein für die gesundheitlichen Erfolge: die Nationalisierung des Gesundheitswesens. Dieses ist für alle Kubaner bis heute gratis zugänglich und regional und flächendeckend sehr stark ausgebaut. Obwohl nach der kubanischen Revolution 50% der alten Ärztekaste in die USA emigrierte, ist Kuba heute das Land mit der höchsten Ärztedichte, mit 7,52 Ärzten pro 1.000 Einwohnern. Zum Vergleich: in Österreich liegt die Zahl bei 5,3 pro 1.000 Einwohnern, und das mit einem hohen Anteil an Wahlärzten, die es in Kuba natürlich nicht gibt.


Der starke regionale Ausbau ermöglicht auch eine sehr erfolgreiche Prävention. Für das Volk ist es eben besser Krankheiten zu verhindern bevor sie auftreten, was aber eine gute lokale Grundversorgung erfordert. Heute werden in Kubas „Consultorios“-Kliniken Krankheiten frühzeitig festgestellt. Gleichzeitig werden Zentralkrankenhäuser und auch Bezirkskrankenhäuser sowie regionale Polykliniken gefördert und ausgebaut. Was für ein Unterschied ist das zum österreichischen Gesundheitswesen! Hier wird derzeit ein wahrer Krieg gegen die regionalen Krankenhäuser gefahren, die zu wenigen Zentralkrankenhäusern umgebaut, bald nur mehr der spezialisierten Behandlung dienen sollen. Die „Primärversorgungszentren“ sind ein minderwertiger Ersatz für regionale und lokale Krankenhäuser. Mit der Regionalversogrung und Prävention des kubanischen Modells hat das nur auf dem Papier etwas gemeinsam.


Die sozialen und insbesondere die präventivmedizinischen Leistungen in Kuba haben hingegen hohe Erfolge zu verzeichnen: Die Kindersterblichkeit ist mit 4,2 pro 1.000 Lebendgeburten nicht nur die niedrigste in Lateinamerika, sondern sogar niedriger als in den USA. Die Übertragung von HIV von Müttern auf Kinder gilt seit 2015 als überwunden, genauso wie Syphilis – ein wichtiger sozialmedizinischer Meilenstein, den die USA bis heute nicht erreicht haben. Im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung hat Kuba eine herausragend hohe Lebenserwartung von 79 Jahren. (1)


Gerade die Bedeutung der ökonomischen Souveränität wird durch die US-Handelsblockade gegen Kuba unterstrichen. Diese hat zu schweren Schäden geführt, insbesondere seit den 90er Jahren: die Subventionen aus der Sowjetunion kollabierten und die US-Sanktionen wurden mit dem „Cuban Democracy Act“ 1992 massiv verschärft. Seither sind auch Lebensmittel und Medizinprodukte beinhaltet. In einem Bericht an den U.N. Generalsekretär 2006 schrieb die kubanische Delegation, dass die Restriktionen auf importierte Medizinprodukte „so weitläufig sind, dass sie solche Importe letztendlich unmöglich machen.“ (3) Das bedeutet Mangel an essentiellen Medikamenten bis hin zu Restriktionen zum Einsehen medizinischer Studien, die dem Monopol von us-amerikanischen Pharmakonzernen und Universitäten unterstehen. Im Kampf gegen die Handelsblockade reagierte Kuba mit einer Stärkung der Versorgungssouveränität. Es gibt auf Kuba sogar eine kleine eigenständige Produktion von nicht importierbaren Medikamenten. Ein Erfolgsbeispiel ist der Wirkstoff CimaVax, mit dem Lungenkrebs behandelt wird: obwohl es durch das Embargo verboten ist, gibt es zahlreiche Fälle von US-Krebspatienten die nach Kuba reisen um sich mit CimaVax behandeln zu lassen. (4) Die sozialen und technischen Erfolge Kubas auf Gebiet der Gesundheitsversorgung verdeutlichen eines: Wenn die Repräsentanten des US-Imperialismus gegen Kuba als „failed state“ hetzen, dann nur deshalb weil dieser Staat es wagt ihre Vorherrschaft in ganz Lateinamerika in Frage zu stellen.



(1) Cuba 101 Series - The Cuban Healthcare System

(2) Che Guevara: „On Revolutionary Medicine“

(3) www.unc.edu

(4) Siehe hierzu den BBC-Artikel „Why an American went to Cuba for cancer care“



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