Rapid Wien: Krise, Kritik und Kapitalismus


Der Sportklub Rapid steckt in einer Krise, daran ändert auch das starke 5:0 über Wattens nichts. Wenn Rapid, der mitgliedsstärkste Sportklub des Landes, dann geht es nicht nur um sportliche Ideale, sondern um Geld und Einfluss.


Rapid ist mehr als ein Fußballverein. Für manche ist es „Religion“, für andere Business, und da geht es um den millionenschweren Klubfußball, um (Werbe-) Einfluss auf zehntausende Mitglieder und Fans, um Folgegeschäfte, usw. Kein Wunder, dass sich für Funktionen immer wieder millionenschwere Geschäftsmänner bewerben, geht es doch auch um die „Marke Rapid“. Gelichzeitig ist Rapid bei vielen Menschen als „Arbeiterklub“ beliebt und geschätzt. Auch in der Kurve bezieht man sich in der Regel positiv auf die Wurzeln des Klubs in der Arbeiterbewegung. Zweifellos ist der „Mythos“ des Arbeitervereins gerade in der Welt des modernen Fußballs überaus sympathisch und führt zu wichtiger Kritik am gegenwärtigen Sportbetrieb und am eigenen Verein. Dieser Kampf um den Sport ist auch bei Rapid kein „neues“ Phänomen. Schon vor über 100 Jahren machten die revolutionären Soldatenräte klar, dass die Klubführung des SK Rapid den Verein immer stärker auf den kapitalistischen Weg bringt.


So schrieb die Zeitung „Der freie Soldat“ (Organ der revolutionären Soldatenräte) bereits 1919, dass Rapid als „Arbeiterverein gegründet worden“ ist, doch die „kapitalistische Welle, die mit Beginn des neuen Jahrhunderts auch den Sport erfasste, verschonte schließlich auch den zum Sportplatzbesitzer aufgerückten ,Rapid´ nicht.“ Rapid habe damit als Verein das „proletarische Klassenbewusstsein verloren“, so die Schlussfolgerung des „Freien Soldaten“, selbst wenn das bei „einzelnen Spielern und erst recht bei Anhängern des Vereins“ nicht so sei. Schon damals gab es also den Konflikt zwischen Massen und der Klubführung. So drückt sich der Klassenkampf zwischen Kapital und Arbeiterklasse im Sportbetrieb aus. Es gibt eben viele Konflikte die sich länger ziehen. Je besser sich die Arbeiter in diesen Konflikt organisieren, desto eher können sie auch den Sport und die Vereine für sich zurückholen.



Bildquelle: FC RB Salzburg gegen SK Rapid Wien (27. Oktober 2019) 34, by Werner100359, CC BY-SA 4.0