Dauerhafte Kurzarbeit: Zu wenig zum Leben

(Korrespondenz aus dem Betrieb)


Wie berechnend sind heutzutage Unternehmer! Ich fing genau zur Zeit der ersten Corona-Welle und Kurzarbeit meinen Beruf in einem druckgraphischen Unternehmen im vierten Bezirk in Wien an. Die ganze Zeit (außer ein Monat) war ich in Kurzarbeit. Das heißt: ich habe nur 80% vom Vollzeitlohn bekommen, also 1200 Euro. Meine Chefs haben Beihilfen vom AMS bekommen! Es hat immer geheißen „es gibt keine Arbeit“ und der Wirtschaft ginge es schlecht. Ich habe davon nichts gespürt, denn ich hatte immer sehr viel Arbeit, bin fast ein dreiviertel Jahr um vier Uhr in der Früh aufgestanden, um die ganzen Projekte abzuarbeiten. Bis zum Schluss hielt ich an meinem Traum fest, dass sich alles zum Besseren wendet. Ich bin mehrere Male zur Geschäftsführung gegangen, wegen einer Lohnerhöhung und zu vielen geleisteten Stunden. Die zu vielen geleisteten Stunden wären mir bei einer besseren Bezahlung gleichgültig. Ich hab immer nur gehört, dass die Firma gerade einmal die Kosten rein bekommt, die sie als Ausgaben hat. Während die Geschäftsführer in Saus und Braus leben, Häuser haben und teure Autos fahren, wird das Wohlbefinden der Belegschaft nicht berücksichtigt, bis zum Burn-out. Die Arbeiter und Angestellten müssen für ihre Rechte kämpfen!



Bildquelle: Printing machine HEDELBERG, by Regieroales, CC BY-SA 3.0