Dauerhafte Kurzarbeit: Zu wenig zum Leben

Aktualisiert: 9. Juni

(Korrespondenz aus dem Betrieb)


Wie berechnend sind heutzutage Unternehmer! Ich fing genau zur Zeit der ersten Corona-Welle und Kurzarbeit meinen Beruf in einem druckgraphischen Unternehmen im vierten Bezirk in Wien an. Die ganze Zeit (außer ein Monat) war ich in Kurzarbeit. Das heißt: ich habe nur 80% vom Vollzeitlohn bekommen, also 1200 Euro. Meine Chefs haben Beihilfen vom AMS bekommen! Es hat immer geheißen „es gibt keine Arbeit“ und der Wirtschaft ginge es schlecht. Ich habe davon nichts gespürt, denn ich hatte immer sehr viel Arbeit, bin fast ein dreiviertel Jahr um vier Uhr in der Früh aufgestanden, um die ganzen Projekte abzuarbeiten. Bis zum Schluss hielt ich an meinem Traum fest, dass sich alles zum Besseren wendet. Ich bin mehrere Male zur Geschäftsführung gegangen, wegen einer Lohnerhöhung und zu vielen geleisteten Stunden. Die zu vielen geleisteten Stunden wären mir bei einer besseren Bezahlung gleichgültig. Ich hab immer nur gehört, dass die Firma gerade einmal die Kosten rein bekommt, die sie als Ausgaben hat. Während die Geschäftsführer in Saus und Braus leben, Häuser haben und teure Autos fahren, wird das Wohlbefinden der Belegschaft nicht berücksichtigt, bis zum Burn-out. Die Arbeiter und Angestellten müssen für ihre Rechte kämpfen!



Bildquelle: Printing machine HEDELBERG, by Regieroales, CC BY-SA 3.0




Was sind Korrespondenzen?


Korrespondenzen sind Beiträge aus verschiedenen Teilen der Bevölkerung, sozusagen ein direktes Sprachrohr aus dem Volk. Ihre Gemeinsamkeit ist, dass die jeweiligen Korrespondenten direkt aus ihrem alltäglichen Leben berichten: aus dem Betrieb, dem Viertel, der Familie, der Schule, usw… Als Presse aus dem Volk, drückt die revolutionäre und demokratische Presse nicht nur die Interessen des Großteils der Bevölkerung aus, sondern bindet deren Repräsentantinnen und Repräsentanten auch aktiv ein, gibt ihnen eine Stimme, präsentiert die verschiedenen Meinungen und Ideen aus den Massen um sie miteinander vergleichen zu können und in Diskussion treten zu lassen. Daher finden in der Roten Fahne die Arbeiterinnen und Arbeiter, Stimmen der Jugend- und Frauenbewegung, der Studierenden, der Gewerkschaftskräfte, der Migrantinnen und Migranten ebenso wie der kleinen Selbstständigen und Gewerbetreibenden, Stimmen aus Stadt und Land, eine Plattform und ein Organ. Die Korrespondenten sind keine Redaktionsmitglieder, weshalb sie auch nicht im engeren Sinne an die Blattlinie gebunden sind, sondern “ihre Stimme” zum Ausdruck bringen.



Wie kann man Korrespondent der Roten Fahne werden?


Möchtest du aus deinem Betrieb, dem Viertel, der Familie, oder Nachbarschaft berichten? Dann schreibe uns unter korrespondenz@rotefahne.at und schildere kurz warum du Korrespondent sein und worüber du berichten möchtest.