„Arbeiten“ in der Tagesstruktur

Aktualisiert: 13. Jan.

(Korrespondenz aus einem „Sozial“betrieb)


Ich habe mit einem jungen Mann gesprochen, der bei einem Intergrationsmaßnahmen-Programm für Jugendliche und junge Erwachsene arbeitet. Sein Verein behauptet von sich selbst für Menschen in psychosozial schwierigen Situationen da zu sein, tatsächlich aber sah es gerade in der schwierigen Situation des Lockdowns ganz anders aus.


Wie war es dazu gekommen, dass Simon in dieses Programm kam? „Da es für mich sehr schwierig war eine Arbeit zu finden, musste ich zur Produktionsschule. Das hat aber dann auch nicht so richtig funktioniert. Und so steckten sie mich in dieses Programm.“ Seit ca. drei Jahren arbeitet Simon schon dort. So wie es jetzt läuft, ist es reinstes Durcheinander und Stress. „Ich arbeite immer freitags von 8:00 bis 12:00 Uhr. Mein Arbeitsweg sind zwei Stunden hin und zurück. Durch Covid sollten im Bus zur Arbeit nur fünf Leute mitfahren, dennoch sind wir meistens zu siebent. Es ist eine Wäscherei die für Krankenhäuser und Altenheime in Oberösterreich und Niederösterreich arbeitet.“ Es ist eine externe Firma die diese Arbeit übernimmt – und diese an Sozialvereine auslagert.


„Ich bekomme 3 Euro in der Stunde, seit Corona, davor waren es 4 Euro“, erzählt Simon. „Das sind rund 48-60 Euro im Monat und zusätzliche Verdienstmöglichkeiten gibt es nicht. Vorher gab es auch zwei Tage Arbeit pro Woche, jetzt nur mehr einen. Auf den wäre ich aber angewiesen, da ich gerade so durchkomme. Covid, bzw. die ‚Coronakrise‘, wurde dabei als Grund genannt, warum uns der Lohn und die Tage gekürzt wurden, obwohl viele von uns gerade jetzt darauf angewiesen sind. Die Arbeit die wir machen, also die Wäsche für die Krankenhäuser reinigen, ist eine wichtige Arbeit, die unbedingt gebraucht wird. Ich finde es ist eine Frechheit, dass wir da keinen normalen Stundenlohn bekommen!“