Abschluss der Metaller: Kein Grund zum Jubel!

Korrespondenz aus dem Betrieb



Ich bin Arbeiter im Metall-Bereich, genauer in der Automobilindustrie in Oberösterreich und möchte ein paar Sachen zum überaus schlechten Ergebnis der KV-Verhandlungen sagen. Ja, „schlechtes Ergebnis“, denn anders kann man das nicht nennen.


Offiziell ist die Inflation jetzt schon bei 11 Prozent. Geht man alleine von den täglichen Kosten aus, wahrscheinlich noch viel höher. Die insgesamt etwa 7 Prozent decken die Inflation nicht ab und sind daher auch ein Reallohnverlust! Hinzu kommt, dass es vergangenes Jahr schon ein Ergebnis unter der Inflation gab und davor gab es wegen „Zusammenhalt in der Krise“ sogar eine Nulllohnrunde. Wo also soll der Erfolg dieses Ergebnisses liegen?!


Es zeigt sich, dass einmal mehr Betriebsversammlungen und Streik lediglich im Mund geführt werden um eine Show abzuziehen. Eine Show, die jedoch niemand mehr so recht glaubt. Bei mir im Betrieb gab es am Freitag keinen Jubel. Niemand sieht es als Erfolg an und jeder weiß, dass es aktuell viel mehr an Lohnerhöhung brauchen würde. Fakt ist aber auch, dass sich viele Kollegen von unserer Gewerkschaftsführung noch weniger erwartet haben! „Ein Witz“, meinte ein Kollege, „wie alles teurer wird und unserer Gewerkschaft nichts macht. Aber genauso war und ist es auch mit der Kurzarbeit. Da haben sie auch nichts gemacht, und es sogar noch gut gefunden.“ Ein anderer Kollege, der sich ebenso schon lange nichts mehr von unseren angeblichen Vertretern erwartet meint dazu „Die loben sich ja schon, wenn sie einen Schas lassen“. So sehen das Viele. Viele sind zu Recht wütend, aber gleichzeitig auch irgendwie zufrieden, da sie sich ein noch schlechteres Ergebnis erwartet hätten. Wo sich auch viele einig sind: mit dieser Gewerkschaft, die aktiv und offensiv gegen die Arbeiter eintritt, gewinnen wir keinen Arbeitskampf. Wollen wir was erreichen, genügt es eben nicht einen Betriebsrat zu haben.



Bildquelle: Fabrik, Clker-Free-Vektor-Images, Pixabay



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Was sind Korrespondenzen?


Korrespondenzen sind Beiträge aus verschiedenen Teilen der Bevölkerung, sozusagen ein direktes Sprachrohr aus dem Volk. Ihre Gemeinsamkeit ist, dass die jeweiligen Korrespondenten direkt aus ihrem alltäglichen Leben berichten: aus dem Betrieb, dem Viertel, der Familie, der Schule, usw… Als Presse aus dem Volk, drückt die revolutionäre und demokratische Presse nicht nur die Interessen des Großteils der Bevölkerung aus, sondern bindet deren Repräsentantinnen und Repräsentanten auch aktiv ein, gibt ihnen eine Stimme, präsentiert die verschiedenen Meinungen und Ideen aus den Massen um sie miteinander vergleichen zu können und in Diskussion treten zu lassen. Daher finden in der Roten Fahne die Arbeiterinnen und Arbeiter, Stimmen der Jugend- und Frauenbewegung, der Studierenden, der Gewerkschaftskräfte, der Migrantinnen und Migranten ebenso wie der kleinen Selbstständigen und Gewerbetreibenden, Stimmen aus Stadt und Land, eine Plattform und ein Organ. Die Korrespondenten sind keine Redaktionsmitglieder, weshalb sie auch nicht im engeren Sinne an die Blattlinie gebunden sind, sondern “ihre Stimme” zum Ausdruck bringen.


Wie kann man Korrespondent der Roten Fahne werden?


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