• W.K.

Korrespondenz aus der Uni

Aktualisiert: 9. Juni

Wir bedanken uns für die Zusendung folgender Leser-Korrespondenz aus der Uni, die über die Lage der Studierenden mit dem neuen Semesterbeginn berichtet. Die Initiative von mehreren Studentinnen und Studenten uns eine gemeinsame Korrespondenz zuzusenden freut uns sehr, da sie unterstreicht, dass es gemeinsame Probleme von Studierenden sind, die immer drängender werden!


Korrespondenz von der Uni


Verfasst von Studierenden der Soziologie, der Technischen Physik, der Informatik und Lehramt Mathematik (Universität Wien und Technische Universität Wien)


Drei Semester lang waren die Unis für Studierende (mit wenigen Ausnahmen) geschlossen: Vorlesungssäle, Seminarräume, lange Zeit auch Labore, Sporthallen, Bibliotheken, Lesesäle…

Für viele ist die Situation erschwert worden, weil sie keinen ruhigen Lernplatz daheim hatten. Oder weil sie in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind aufgrund von Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit der Eltern und/oder weil sie ihren Job verloren haben. Fürs Online-Studium braucht man ziemlich viele Ressourcen. Dass die Uni-Schließungen unter diesen Bedingungen manchen das Studieren (fast) unmöglich gemacht haben, ist unserer Meinung nach eine der schlimmsten Folgen, die diese 1½ Jahre mit sich gebracht haben.


Das andere ist die Isolation. Nach so langer Zeit alleine vor dem Bildschirm war Kraft und Konzentration bei vielen irgendwann einfach weg. Das hat den sowieso seit Jahren zunehmenden Leistungsdruck unermesslich gesteigert. Und auch die Vereinzelung und Entpolitisierung der Studierenden wurde weiter vertieft. Die Uni wurde noch mehr auf ihre Funktion als Ausbildungsort reduziert, an dem nur noch das Sammeln von Abschlüssen und ECTS-Punkten zählt. So bekommt man mit den Uni-Lockdowns die jahrelangen Einsparungen zu spüren wie noch nie.


Wird nächstes Semester anders? Es soll auf die sogenannte “Hybridlehre” – d.h. teils Präsenz teils Online – umgestellt werden. Und jetzt schon heißt es, der Unterricht würde online stattfinden, weil es nicht genügend Räume für einen pandemiegerechten Unterricht gibt. Jetzt schon heißt es, es wird nächstes Jahr wegen den Abstandsregeln sogar noch weniger Plätze in Lesesälen geben. Einige überlegen, wie es sich ausgehen soll, eine Präsenzvorlesung zu besuchen und 15 Minuten später eine Online-Vorlesung zu haben, wenn es nicht genügend Lernräume an den Unis gibt. Andere sind extra nach Wien gekommen – und haben erst jetzt erfahren, dass doch alle zu besuchenden Lehrveranstaltungen online sind.


Die Unis müssen unter angemessenen Gesundheitsmaßnahmen unbedingt wieder öffnen! Dass das allein aber noch nicht alle Probleme löst, steht aber ebenso außer Frage.





Korrespondenz übernommen von www.afainfoblatt.com.

Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Technische_Universit%C3%A4t_Wien_mainbuilding_mainentrance_northview.jpg




Was sind Korrespondenzen?


Korrespondenzen sind Beiträge aus verschiedenen Teilen der Bevölkerung, sozusagen ein direktes Sprachrohr aus dem Volk. Ihre Gemeinsamkeit ist, dass die jeweiligen Korrespondenten direkt aus ihrem alltäglichen Leben berichten: aus dem Betrieb, dem Viertel, der Familie, der Schule, usw… Als Presse aus dem Volk, drückt die revolutionäre und demokratische Presse nicht nur die Interessen des Großteils der Bevölkerung aus, sondern bindet deren Repräsentantinnen und Repräsentanten auch aktiv ein, gibt ihnen eine Stimme, präsentiert die verschiedenen Meinungen und Ideen aus den Massen um sie miteinander vergleichen zu können und in Diskussion treten zu lassen. Daher finden in der Roten Fahne die Arbeiterinnen und Arbeiter, Stimmen der Jugend- und Frauenbewegung, der Studierenden, der Gewerkschaftskräfte, der Migrantinnen und Migranten ebenso wie der kleinen Selbstständigen und Gewerbetreibenden, Stimmen aus Stadt und Land, eine Plattform und ein Organ. Die Korrespondenten sind keine Redaktionsmitglieder, weshalb sie auch nicht im engeren Sinne an die Blattlinie gebunden sind, sondern “ihre Stimme” zum Ausdruck bringen.



Wie kann man Korrespondent der Roten Fahne werden?


Möchtest du aus deinem Betrieb, dem Viertel, der Familie, oder Nachbarschaft berichten? Dann schreibe uns unter korrespondenz@rotefahne.at und schildere kurz warum du Korrespondent sein und worüber du berichten möchtest.