8. März: Der Internationale Frauenkampftag


Gastbeitrag von Viktoria R., Organisationskomitee kämpferischer Frauen



Der 8. März, weltweit bekannt als „Internationaler Frauentag“, hat eine lange Geschichte. Vor mehr als 100 Jahren gingen Frauen verschiedener demokratischer und revolutionärer Organisationen auf die Straße und forderten Gleichberechtigung, das Wahlrecht für Frauen und gleichen Lohn wie ihre männlichen Arbeitskollegen.


Mit Clara Zetkin wurde im Jahr 1921 auf der Zweiten Internationalen Konferenz kommunistischer Frauen der Beschluss gefasst, den 8. März als „Internationalen Frauenkampftag“ zu begehen. Somit wurde der 8. März unter der Initiative von Clara Zetkin zum Zeichen der weltweiten Verbundenheit des Kampfes und Protestes der Frauen gegen Unterdrückung und Ausbeutung.


Seit einem Jahrhundert nehmen Frauen auf der ganzen Welt diesen Tag zum Anlass, um ihre Forderungen, Sorgen und Nöte auf die Straße zu tragen und zeigen so ihre Entschlossenheit, sich auch dafür einzusetzen.


Gerade in den letzten Jahren zeigt sich deutlich, dass es vor allem Frauen sind, die die Einsparungs- und Krisenpolitik besonders heftig zu spüren bekommen. Mit der sogenannten „Zurück an den Herd“-Politik und einer Verschlechterung der öffentlichen Kinderbetreuung wurden Frauen zusätzlich belastet. Zunehmend wurde eine Politik zu Gunsten jener gemacht, die ohnehin vom kapitalistischen Systems profitieren. Besonders Frauen, aber im Speziellen Arbeiterinnen und Mütter wurden noch mehr in die Armut getrieben. Als Beispiel ist hier vor allem der Familienbonus Plus oder die Sozialhilfe Neu zu nennen, die vor allem die Teilzeit beschäftigten Frauen vor mehr Belastung und Not stellt. Die mittel- und langfristigen Folgen der Kurzarbeit, die Steigerung der Arbeitsintensität und der Reallohnverlust verschlechtert die Lage der Frauen, neben der steigenden Pflege- und Fürsorgearbeit von Kindern und Angehörigen. Zusätzlich steigt die Gewalt an Frauen, während gleichzeitig „kein Geld“ für wirklichen Frauenschutz da ist. Seit Jahren ist es immer mehr Frauen ein Anliegen, den 8. März als Internationalen Frauenkampftag hochzuhalten und ihn nicht der kommerziellen Werbeindustrie zu überlassen. Auch Anfeindungen oder Angriffe, den 8. März „abzuschaffen“, weil dieser eine „sozialistische Tradition“ hat, konnten in den letzten Jahren auf Grund der großen Teilnahme an den 8.März-Demonstrationen zurückgedrängt werden.


Die Geschichte des 8. März und die wichtigen Errungenschaften der Frauenbewegung zeigen anschaulich, dass die Unterdrückung der Frauen nicht in der „Natur“ des weiblichen Geschlechts liegen, sondern in den Verhältnissen und der Politik zu suchen sind, deren Grundlage das kapitalistische System ist. Im Sinne der Begründerin des 8. März, Clara Zetkin, anknüpfend, wünschen wir einen erfolgreichen und kämpferischen roten 8. März!


„Wir müssen Sorge tragen, dass der Frauentag nicht nur eine glänzende Demonstration für die politische Gleichberechtigung des weiblichen Geschlechts, sondern darüber hinaus der Ausdruck einer Rebellion gegen den Kapitalismus, eine leidenschaftliche Kampfansage all den reaktionären Maßnahmen der Besitzenden und ihrer willfährigen Dienerschaft, der Regierung ist.“ - Clara Zetkin