US-Megaprojekt in Kronstorf nicht ohne Gegenwehr.

Das sich im Bau befindende Google-Megaprojekt in Kronstorf erreichte im Juli österreichweite Aufmerksamkeit, da der US-Konzern den Vollausbau des Standorts zur Genehmigung einreichte. Damit sollen nicht nur zweieinhalb Mal so viel Hektar Boden versiegelt, sondern auch enorme Mengen an Kühlwasser aus der Enns entnommen werden. Seit rund zwei Monaten wird nun auch dagegen protestiert.
Hunderte beteiligten sich an mehreren Protesten und Demonstrationen. Klar ist, dass der Widerstand noch viel weiter gehen muss, denn sowohl der US-Konzern, als auch die Oberösterreichische Landesregierung mit Mitgliedern aus ÖVP, FPÖ, SPÖ und Grüne verteidigt das Google-Rechenzentrum. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung gab es beim Megaprojekt nicht, mit der Begründung, dass der Stromverbrauch nicht so hoch sei. Der ursprünglich angedachte Verbrauch lag bei 3,5 Twh pro Jahr, was etwa einem Stromverbrauch von 375.000 Haushalten entspricht. Mit der geplanten Vergrößerung würde es einen Strombedarf von 4,4 Twh pro Jahr geben. Trotz Trockenheit und einem historischen Tiefstand der Enns sollen künftig 200 Liter Kühlwasser pro Sekunde aus der Enns entnommen werden und maximal 100 Liter pro Sekunde bei maximal 30 Grad und chemisch behandeltem Wasser wieder zurück gepumpt werden. (1) Das bedeutet, dass nur die Hälfte des entnommenen Wassers wieder zurückfließen würde. Die Enns ist zudem ein Kaltwasserfluss der in die Donau mündet, was bisher wenig Beachtung fand. Dass es bei anderen Projekten ein Umweltverträglichkeitsprüfung gibt, aber nicht bei diesem, zeigt sehr gut welche Regeln für Großkonzerne gelten. Wichtiger als die Umwelt sind für die oberösterreichischen Politiker offenbar „lustige“ Geschenke, wie den „Googlehupf“ an die Chefetagen des Konzerns.
Während sich die FPÖ gerne den Mantel der „Heimatpartei“ umhängt, sieht man hier wie weit es mit dem Schutz der Heimat her ist, wenn der Rubel zu rollen verspricht. Auf einmal ist es den Politikern aller Couleur egal was mit der viel beschworenen Heimat passiert. Da wird der Boden ausverkauft, Wasser und Energie zur Verfügung gestellt und was mit den gesammelten Daten passiert ist ohnehin nicht der Rede wert. Die Forderung aus vielen Teilen der Bevölkerung, dass das Rechenzentrum gestoppt werden muss, ist vollkommen gerechtfertigt. Zwentendorf hat gezeigt, dass es möglich ist!
(1) Wiener Zeitung
Bildquelle: Indymedia.org






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