Ukraine: Im Gespräch mit einem Söldner.

Geht es nach der Berichterstattung der bürgerlichen Medien, könnte beinahe der Eindruck gewonnen werden, dass sich das ukrainische Volk mehr oder weniger geschlossen hinter der Regierung versammelt und gemeinsam gegen die Aggressionen Russlands, für Freiheit und Selbstbestimmung kämpft. Doch schon bei Gesprächen mit ukrainischen Flüchtlingen wird schnell klar dass die Sache nicht so einfach ist. Viele von ihnen sind natürlich gegen die russische Invasion, doch oft sie halten auch nicht viel von Selenski und seiner Clique. Zu lange regierte Korruption und der Ausverkauf des Landes.


Viele westliche Kommentatoren waren erstaunt darüber, dass die ukrainische Armee beim Angriff Russlands nicht zusammenbrach, sondern scheinbar seit Ende Februar fähig ist Widerstand zu leisten. Die wenigsten zivilen Beobachter rechneten damit. Gab es Anfang März sogar Meldungen von tausenden ukrainischen Zivilisten die nun freiwillig kämpfen wollen, sucht man dergleichen heute vergeblich. Und dennoch bleibt die ukrainische Armee relativ stabil. Eine wichtige Rolle spielen dafür Söldner aus dem Ausland, wie der Roten Fahne jüngst in einem Gespräch mit einem solchen Söldner bestätigt wurde. Der Großteil der Söldner auf ukrainischer Seite stammt aus den USA, Kanada, Großbritannien und Deutschland. Meist handelt es sich um frühere Berufssoldaten die in vielen Fällen über einen gewissen Erfahrungsschatz verfügen. Söldner bekamen häufig wichtige Posten innerhalb ukrainischer Verbände und werden – je nach Tätigkeitsfeld variierend – sehr gut entlohnt. Um die Mobilität der Söldner zu gewährleisten, wurden in mehreren EU-Ländern und in Großbritannien die Gesetze über die Teilnahme der jeweiligen Bürger an bewaffneten Konflikten im Ausland gelockert. Heute sind Tausende solcher westlicher Söldner in der Ukraine, sie bestimmen tatsächlich nicht unwesentlich die Geschicke der ukrainischen Armee. Für die meisten von ihnen gibt es (je nach Tätigkeit) alle zwei Wochen die Möglichkeit auf Fronturlaub. Diesen nutzte auch unser Gesprächspartner, ein deutscher Söldner, der sich in Österreich aufhielt, um sich hier mit seiner Frau zu treffen. Er erzählte jedoch auch von Kollegen, die immer wieder nach Österreich fahren um hier diverse Mobilisierungs- und Rekrutierungstätigkeiten durchzuführen, wenn auch nicht in sehr großem Ausmaß.


Das Gespräch zeigte deutlich, dass die öffentlichen Diskussionen über Waffenlieferungen, etc. vor allem dazu dienen sollen, in der Bevölkerung mehr Stimmung für einen rabiateren Kriegseinsatz zu erzeugen. Viele westliche Imperialisten sind offenbar schon längst eine direkte, aktive Kriegspartei auf Seiten der ukrainischen Regierung. Nicht nur durch politische, finanzielle und militärtechnische Unterstützung, sondern durch die aktive Mobilisierung von Söldnern, die dort zwar gegen den russischen Einmarsch, doch gleichzeitig auch für das faschistische Regime in Kiew in die Schlacht ziehen und den Einfluss der USA, der EU und der NATO immer weiter vertiefen sollen. Das ist ein wichtiger Teil in der „Stabilität“ der ukrainischen Armee. Diese Tatsache sollte nicht vergessen werden!


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