SERBIEN: Arbeiter blockieren Autobahn

Aktualisiert: 4. Juli


Nachdem bekannt wurde, dass der Fiat-Konzern Serbien mit Stellantis fusioniert, protestierten die Arbeiter der Fabrik in Kragujevac. Der Fiat- Konzern gehört zu 67 Prozent Fiat und zu 33 Prozent dem Staat. Stellantis ist mit seinen 14 Marken der viert größte Automobilhersteller der Welt, gerechnet nach verkauften Fahrzeugen.




Mit dieser Umstrukturierung will der Konzern an die 1.544 Arbeiter mit Abfindungen abspeisen und die restlichen in das neue Unternehmen zu schlechteren Bedingungen übernehmen. Anfang Juni protestierte die gesamte (!) Frühschicht vor dem Werk, sodass die Produktion gestoppt werden musste. Nun gab das Unternehmen bekannt, dass das Werk zu einem E-Auto-Werk umgebaut wird und dafür die Arbeiter für zwei Jahre ins Ausland zur Ausbildung geschickt werden für eine lächerliche Sonderzahlung von 200 Euro. Sollten die Arbeiter das nicht wollen, werden sie entlassen. Wie Arbeiter vor Ort berichteten, wurden bereits einige entlassen.


Der Zorn über die neuen Pläne des Konzerns ist groß. Teile der Belegschaft und deren Angehörigen protestierten bereits vor den Regierungsgebäuden in Kragujevac. Für die Entlassenen gibt es keine staatlichen Hilfe, während gleichzeitig die serbische Regierung rund 48 Millionen Euro für die Umstrukturierung des Unternehmens finanziert. Nachdem die Entschiedenheit der Führungsebene für diesen Plan nicht nachlässt, haben nun 300 Arbeiter der Stellantis-Werke vergangene Woche die Autobahn blockiert. Wie Arbeiter vor Ort berichteten, fordern sie, dass die Entschädigung für die Ausbildung im Ausland auf 1.000 Euro erhöht werden und bessere Arbeitsverträge sowie staatliche Unterstützung für die Entlassenen erkämpft werden muss.




Bildquelle: Ivan Mircetic