Rede aus dem Widerstand in der Ostukraine: Das Volk wird siegen!

Im Folgenden veröffentlichen wir die eigene Übersetzung einer Rede des Gründers der antifaschistischen und antiimperialistischen Prizrak-Brigade (Geist-Brigade), Alexey Mozgovoy. Mozgovoy, ehemaliger Bauarbeiter und Orchesterdirigent, war einer der Anführer des Aufstandes in Lugansk gegen den faschistischen Maidan-Putsch. In Mitten dieser Proteste gründete er die bekannte „Geist-Brigade“. Sie nannten sich „Geister“, weil die Regierung sie mehrmals als vollständig ausgelöscht erklärte, was jedoch nicht den Tatsachen entsprach. Die Brigade „Prizrak“ hatte im Jahr 2014 etwa 1.000 Mitglieder.


Die Rede „Dieser Waffenstillstand ist nicht wofür wir gekämpft haben” wurde am 8. September 2014 gehalten, nachdem am 5. September das „Protokoll von Minsk” („Minsk I”) durch den nicht mehr amtierenden ehemaligen Präsidenten der Ukraine Leonid Kutschma, Vertreter Russlands und der OSZE unterzeichnet wurde. Mozgovoy kritisiert in seiner Rede dieses Abkommen und legt die Lage in der sich die Bevölkerung in der Ukraine befindet dar. Er verteidigt die Interessen des Großteils der Bevölkerung und zeigt auf, welche Gefahren sich dahinter verbergen, wenn Abkommen ausschließlich von den Interessen der Mächtigen und Imperialisten abgeschlossen werden. Dass sich seine Einschätzungen bestätigten, zeigte sich schon zwei Wochen nachdem die Rede gehalten wurde, als Ende September 2014 die Kämpfe erneut aufflammten und dann in einen achtjährigen Krieg der ukrainischen Regierung gegen die widerständige Bevölkerung im Donbass überging. Mozogovy zeigt in seiner Rede, dass die Bevölkerung, um wirkliche Unabhängigkeit und Selbstbestimmung zu erlangen, gegen Oligarchie und Korruption kämpfen muss, für einen Staat der wirklich die Interessen der Bevölkerung vertritt. Um darzulegen wer die Kämpfer im Widerstand im Donbass sind, werden im Video das die Rede zeigt auch Interviews mit ehemaligen Zwangsrekrutierten der ukrainischen Armee gezeigt, die sich gegen die Bevölkerung im Osten des Landes stellen sollten, doch dann die Seiten wechselten. Die Rede ist hilfreich für ein besseres Verständnis der Lage in der Ostukraine nach dem „Euromaidan“ und gibt auch heute wichtige Hinweise für die internationale Solidarität mit dem antifaschistischen und antiimperialistischen Widerstand.


Mozgovoy wurde im Alter von 40 Jahren, am 23. Mai 2015, durch einen Bombenanschlag auf sein Auto ermordet. Sein Begräbnis war eine Zehntausende Menschen umfassende Demonstration für den Kampf um die Rechte der Bevölkerung in der Ukraine. “Wer einen Willen hat, sucht sich einen Weg! Wer keinen hat, sucht nach einer Ausrede!” (Mozgovoy)


Begräbnis des Kommandanten Alexey Mozgovoy.



Dieser Waffenstillstand ist nicht wofür wir gekämpft haben


Rede von Alexey Mozgovoy, Gründer und Kommandant der Prozrak-Brigade (Ostukraine), 8. September 2014


Grüße an die freien Menschen! Ich, der Kommandeur der Prizrak-Brigade, möchte mich zu einigen Dingen äußern, die meine letzte Proklamation zu den Minsker Verhandlungen betreffen. Erste Antwort: Ja, das ist wirklich mein Artikel. Viele bezweifelten, dass er wirklich von mir geschrieben wurde. Ja, das sind meine Worte. Und ich bestätige alles, was da drin steht. In der Tat gab es keinen Waffenstillstand und es konnte auch keinen Waffenstillstand geben. Zurzeit rüstet der Feind auf, versorgt sich neu und verlegt seine Truppen. Neunzig Prozent der Zivilisten in unseren Regionen unterstützen dieses Abkommen nicht, und hundert Prozent der Milizionäre unterstützen es auch nicht. Dieses Abkommen hat ohnehin kein Gewicht. Es ist von Kutschma unterzeichnet, es ist kein offizielles Dokument. (Leonid Kutschma, ehemaliger Präsident der Ukraine von 1994-2005, zum Zeitpunkt des Abkommens 2014 kein gewähltes Mitglied der Regierung - Anm.) Das ist ein Witz, die Dokumente müssen in Kiew vom sogenannten "amtierenden Präsidenten" unterzeichnet werden. Wie damals die Vertreter Nazideutschlands, die ihre bedingungslose Kapitulation unterschrieben haben. Das wäre ein sinnvolles Dokument. Aber kein privater Geschäftsmann kann die Interessen der Ukraine vertreten - schon gar nicht Kutschma, der die Ukraine ausgeraubt hat, so viel er konnte. Das ist lächerlich. Vertritt er diejenigen, die hier für sein Geld kämpfen? Lächerlich! Noch vor kurzem haben dieselben Kämpfer geschrien: „Kutschma ist ein Dieb, Kutschma ist ein Mörder"… Und jetzt vertritt er sie? Was für ein schneller Sinneswandel der Maidan-Revolutionäre. Wie schnell ändern sie ihre Forderungen, ihr Verständnis von richtig und falsch...


Jetzt wende ich mich an diejenigen, die unsere Ideen für utopisch halten: Seid ihr die Korruption nicht leid? Bestechungsgelder in Krankenhäusern, Bestechungsgelder in Schulen, in Kindergärten, überhaupt in jeder öffentlichen Einrichtung. Sind Sie nicht müde von der Gesetzlosigkeit in der Regierung - auf allen Ebenen, von den lokalen Beamten bis zum Präsidenten? Habt ihr es nicht satt, für Kleingeld zu arbeiten, wenn die sogenannten „Besitzer" der Fabriken und Bergwerke, die eure Väter zu Sowjetzeiten gebaut haben in Geld schwimmen und alles und jeden kaufen, den sie wollen? Und ihr müsst innerhalb der von ihnen gesetzten Grenzen leben. Habt ihr das nicht satt? Den Herren geht es gut: Sie haben eine „Verfassung" für den Rest von uns geschrieben, eine Menge Gesetze, ... unsere Gesundheitsversorgung ist kostenlos, aber nicht für alle. Kennen Sie auch nur eine Frau, die es geschafft hat, ein Kind zu gebären ohne dafür zu bezahlen? ... Das bezweifle ich. Glauben Sie, dass das Schulsystem gut funktioniert? Das bezweifle ich. Das ist überall so. Wie lange haben wir gegen ungerechte Polizeipraktiken protestiert? Ohne Ergebnis. Bis wir wirklich anfangen, dagegen zu kämpfen, wird sich nichts ändern. Wir werden weiter in Küchen reden und die Regierung für dies und das verantwortlich machen… Aber wenn wir nicht handeln wird die Regierung einfach nicken und ihr Ding durchziehen. Wie das Sprichwort sagt: „Er hört nicht zu, aber er isst weiter". Und sie essen gut, während es dem einfachen Volk nicht so gut geht. Also, die klugen und gebildeten Herren, die unsere Ideen für eine Utopie halten - schließen Sie sich uns an. Und tragen Sie wenigstens ein bisschen dazu bei, dass sie Wirklichkeit wird. Damit diese Idee nicht spurlos verschwindet. Dafür brauchen wir keine theoretischen Diskussionen darüber, ob es eine Utopie ist, sondern viel harte Arbeit. Und man muss kämpfen, so wie wir es jetzt tun. Ja, wir müssen einen Krieg führen. Es ist endlich an der Zeit diesen ganzen Abschaum loszuwerden, um endlich eine ehrliche und gerechte Gesellschaft zu schaffen.


Nun zu einer anderen Art von Menschen. Diejenigen, die immer sagen, dass Mozgovoy alle verraten hat, weggelaufen ist, sich verkauft hat, nicht zurückgekommen ist und so weiter… Träumt weiter! Erstens würde keiner meiner Leute solche Aussagen jemals ernst nehmen und als ihr Befehlshaber komme ich immer wieder zurück, selbst wenn ich irgendwohin weggehe. Ich komme immer zu denen zurück die mir gefolgt sind. Also, ihr Pessimisten: nutzt eure Bemühungen, eure Energie, um etwas Rechtschaffenes zu tun. Baut etwas Richtiges. Hört auf zu versuchen, mit wertlosem Gerede zu zerstören. Ich sage noch einmal: Selbst wenn ich gehe, komme ich immer wieder zurück. Träumt weiter! Also, Gerüchte zu verbreiten, ich hätte jemanden verraten oder verkauft... Ich schlage vor, ihr hört damit auf. Es ist sinnlos, ihr verschwendet damit nur eure Zeit. Tut etwas Sinnvolles.


Und schließlich über den sogenannten „Waffenstillstand": es gibt keinen Waffenstillstand. Das Dokument ist eine Farce. Wir werden weiterkämpfen, wie wir es bisher getan haben. Hoffentlich sogar noch besser. Bis zum Sieg! Unser Sieg! Der Sieg des Volkes über Oligarchen und korrupte Beamte! Das ist der Sieg, den wir wollen. Ich wiederhole: Wir kämpfen nicht gegen das ukrainische Volk, sondern gegen die, die hierher geschickt wurden. Gestern sind zum Beispiel mehrere Regierungssoldaten auf unsere Seite übergetreten. Sie werden ihre Interviews in Kürze sehen, vielleicht sogar in diesem Nachrichtenvideo. Sie werden auch ein Interview mit einem Gefangenen sehen, der von vielen Dingen schockiert war, als er hierher gebracht wurde. Er war verblüfft, dass er keine tschetschenischen Söldner, keine russische Armee und keine Terroristen sah. Er hat uns nicht plündern sehen. Er wurde ganz normal versorgt, medizinisch behandelt, bekam Essen, wie Gefangene von normalen Menschen behandelt werden sollten, völlig schockiert darüber, wie er von den Regierungsmedien einer Gehirnwäsche unterzogen und belogen wurde. Sein Interview wird ebenfalls gezeigt.


In der Armee [die ukrainische Armee – Anm.] gibt es viele Einheimische aus den Regionen Donezk und Lugansk, die zwangsrekrutiert wurden. Weil die Westukraine - das war's! Jeder, der noch am Leben ist, will nicht mehr zur Armee gehen. Sie werden uns jetzt in die Enge treiben.

[Interview I:]

Stellen Sie sich bitte vor.

- Oberstabsfeldwebel Alchevskiy.

In welcher Einheit haben Sie gedient?

- Einheit 428, Flugabwehrregiment.

Sie haben also auch nicht auf jemanden geschossen?

- Nein, ich habe auf niemanden geschossen.

Warum haben Sie sich entschieden, auf unsere Seite zu wechseln?

- Weil der Befehl des Präsidenten lautete, die Wehrpflichtigen nicht in die ATO, in die Kampfzone zu schicken. Und sie haben uns hierher gebracht, in die ATO-Zone. Also haben wir beschlossen die Seite zu wechseln weil wir niemanden verletzen wollten. Also hier.

Als ihr hierher gekommen seid, was habt ihr gesehen? Ist jeder ein Terrorist?

- Alle sind Leute, die ich kenne. Alle sind aus meiner Heimatstadt.

Du wolltest also einfach nur ein Zivilist sein? Um in Ruhe gelassen zu werden?

- Ja, vor ein paar Tagen hat man uns gesagt, dass unsere Batterie verlegt wird… Sie haben uns gesagt, dass wir von Dnepropetrovsk weg verlegt werden, in Winterquartiere… Damit wir nicht auf den Feldern erfrieren. - So wurdet ihr getäuscht?

Ja, sie haben uns belogen und uns in die ATO-Zone gebracht. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir keine Möglichkeit, zurück zu kommen… Dann haben wir gehört, dass sie uns an die Front schicken wollen. Wir beschlossen, dass wir unausgebildete Wehrpflichtige nicht kämpfen sollten, schon gar nicht gegen unsere Nachbarn, gegen unsere Heimatstadt. Ich bin hier geboren, ich bin hier aufgewachsen. Und alle unsere Wehrpflichtigen kommen auch aus den Regionen Lugansk und Donezk. Sie alle wissen, dass es hier keine Terroristen gibt, keine russischen Truppen, keine Ausländer.


[Interview II:]

- Mein Name ist Alexandr, ich habe früher in der Stadt Zoryansk gelebt.

Sagen Sie mir bitte, warum sind Sie auf unsere Seite gewechselt?

- Ich bin auf die Seite der Lugansker Volksrepublik gewechselt, weil wir während unseres Dienstes in der Region Dnepropetrowsk illegal in die ATO-Zone geschickt wurden. Ich will keinen Krieg. Also beschloss ich zu fliehen. Ich habe weder Terroristen noch russische Soldaten gesehen. Es sind ganz normale Leute hier, Arbeiter und Bergleute, die beschlossen haben, für ihre Rechte zu kämpfen.

In welcher Einheit der Armee oder der Nationalgarde waren Sie?

- Ich war in der Einheit A1428.


[Interview III:]

Bitte stellen Sie sich vor.

- Mein Name ist Stas. Ich komme aus Zugres.

Warum seid Ihr zu uns gekommen?

- Ich will keinen Krieg führen gegen friedliche Menschen, gegen gewöhnliche Menschen.

Von welcher Einheit kommst du?

- A1973. Was ist die Aufgabe der Einheit?

- Das Übliche, Bewachung von Kontrollpunkten und so weiter.

Wollt ihr eine Nachricht an eure Seite schicken?

- Nun, ich weiß nicht… Jungs, kommt vorbei und seht selbst, dass es hier keine Mörder gibt, nur einfache Leute.

Hatten Sie einen Befehl zu schießen?

- Nein.

Haben Sie im Zorn geschossen?

-Nein.

Überhaupt nicht?

- Ja, aber ich spürte, dass sie mich bald dazu zwingen würden.

Ihre Einheit war also noch nicht am Kampf beteiligt, und Sie beschlossen zu uns zu kommen bevor das geschehen würde?

- Ja. Die Ukraine sollte nicht denken, dass es hier Terroristen gibt. Alle hier sind ruhig und friedlich, ich habe keine Terroristen gesehen. Ich habe keine russischen Truppen gesehen, nicht einmal Waffen. Wir wurden ruhig und gelassen empfangen, niemand wollte auf uns schießen, auch Zivilisten wurden nicht verletzt. Unsere sogenannte Regierung zwingt die Menschen sich gegenseitig zu bekämpfen. Die Regierung belügt uns alle. Also, ich weiß nicht, Leute, schließt euch unserer Seite an. Die andere Seite besteht nur aus Lügen. Ich möchte den Leuten aus Dnepropetrovsk, aus der Westukraine, sagen, dass sie nicht denken, dass wir Terroristen sind, die den ganzen Donbass in die Luft jagen wollen. Alle wollen nur Gerechtigkeit. Die Regierung in Kiew ist völlig verrückt geworden. Im Fernsehen und in den Nachrichten erzählen sie mir das eine, aber ich habe mit eigenen Augen das genaue Gegenteil gesehen. Leute, unser gemeinsamer Feind ist in Kiew, nicht im Donbass. Ich möchte mich an die Regierungssoldaten wenden, diejenigen, die zwangsrekrutiert wurden. Viele Soldaten sind in dieser Situation, ich weiß. Es gibt nicht viele freiwillige Einheiten. Weil unsere Oligarchen nicht die ganze Armee finanzieren können. Sie können nur ihre eigenen Taschenarmeen finanzieren [die sogenannte Freiwilligenbataillone]. Alle anderen werden zusammengetrieben - verzeihen Sie den Ausdruck, aber das ist es, was passiert… Die Menschen werden getrieben, sie haben keine Wahl, obwohl sie immer eine Wahl haben, sie haben eine, aber viele sehen sie nicht. Ich schlage vor, Sie kommen auf unsere Seite. Auf die Seite des Volkes. Dann wirst du mit eigenen Augen sehen, dass unsere Seite wirklich gerecht ist. Wir sind durch Lügen eingezogen worden. Und davor habe ich vierzig Jahre gelebt, ohne in der Armee zu dienen. Sie haben mir nur gesagt, ich solle Depots und lokale Gebiete bewachen. Später wurden wir von der Regierung betrogen und zur Bewachung von Nachschubkolonnen geschickt. Wir wussten also nicht, wo und warum wir hingeschickt wurden. Also, hier habe ich gerade dieses Dokument Ihres Brigadekommandeurs Alexey Mozgovoy gelesen. Und ich stimme ihm vollkommen zu. Die Menschen haben ein Recht auf Selbstbestimmung, zu wählen, wohin sie geschickt werden, wo sie leben wollen, wo sie arbeiten wollen, wo sie ihre Kinder großziehen wollen. Ich habe selbst ein kleines Kind, meine Frau ist beeinträchtigt. Ich hoffe bei Gott, dass ich zu ihnen lebendig zurückkehren kann. Und zu Hause, in der Region Dnepropetrowsk, werde ich versuchen allen zu erzählen, was hier vor sich geht, warum die Menschen hier zu den Waffen gegriffen haben. Es gibt keine Tschetschenen, Afghanen und andere ausländische Aufständische von jenseits der Grenze, wie sie uns dort erzählen. Ich habe niemanden gesehen, der so etwas tut. Ich habe mit meinen eigenen Augen gesehen, was hier vor sich geht. Und ich hoffe, dass der Herr und die Wahrheit diesen Menschen helfen.


[Mozgovoy:] Zum Schluss möchte ich mich an diejenigen wenden, die noch unentschlossen sind. Zu kommen und sich dem Widerstand anzuschließen, ist ein Schritt nach vorn. Ein würdiger Schritt, für jeden frei denkenden Menschen. Zu beenden, was wir begonnen haben, gemeinsam zum Sieg zu marschieren ist ein echter Schritt nach vorn. Ein würdiger Schritt. Ein rechtschaffener Schritt. Deshalb rufe ich alle auf, sich der Selbstverteidigungsmiliz anzuschließen. Kommt! Triff die richtige Wahl. Die richtige Entscheidung in der einzigen Chance unseres Lebens. Diese Chance bietet sich einmal in hundert Jahren, in tausend Jahren - aber jetzt gerade haben wir eine Chance. Und es wäre ein Verbrechen, sie nicht zu nutzen. Kriminell und dumm. Eine einmalige Chance die wir haben muss genutzt werden. Wir müssen sie ergreifen, wir müssen im Namen der Wahrheit, der Gerechtigkeit und der Rückgabe der Macht an das Volk gewinnen.


Um die Dinge zusammenzufassen: Das Minsker Abkommen ist nichts weniger als ein Verrat. Die verantwortlichen Regierungen der DVR (Volksrepublik Donezk) und der LPR (Volksrepublik Lugansk) müssen zurücktreten. Die Regierung von Novorossiya muss in erster Linie im Interesse ihres Volkes handeln, muss sich für Gerechtigkeit und die Ideale einsetzen, für deren Verteidigung unser Volk zu den Waffen gegriffen hat und nicht für die finanziellen Interessen von irgendjemandem. Und das ist genau das, was wir im Moment sehen. Sagen Sie mir, dass Baufirmen einziehen, während der Krieg noch andauert - ergibt das für Sie einen Sinn? Ich glaube nicht, es sei denn sie sind sicher, dass der Krieg nicht weitergeht. Aber sie sind bereits auf dem Weg dorthin. Welche Unternehmen sind das, wem gehören sie, warum sind sie hier und zu welchen Bedingungen? Das weiß niemand. Gab es eine Ausschreibung oder nicht? Außerdem drängen Unternehmen in unsere Minen und nehmen den Betrieb auf. Mit welcher Begründung, wer sind diese Unternehmen, wem gehören sie? Wofür haben wir gekämpft? Wofür kämpfen wir immer noch? Wir schmeißen einen Haufen Oligarchen raus, um sie durch einen anderen zu ersetzen? Das wird nicht funktionieren. Zweitens. Die kleinen Zugeständnisse Kiews in Form eines "regionalen Sonderstatus" sind nicht das, was wir wollen. Wir haben bereits einen Status. Den Status einer freien und gerechten Gesellschaft. Und das ist ein würdiger Status für Novorossiya. Es ist nicht sehr ehrenvoll, einen Hungerlohn für seinen Sieg zu bekommen, selbst wenn er aus der Hauptstadt kommt. Drittens. Wir müssen so schnell wie möglich eine Sitzung des Kommandorats einberufen, auf der wir eine neue Regierung für Novorossiya wählen werden. Nicht DPR, nicht LPR, sondern Novorossiya als Ganzes. Sonst könnten sich diese Spielzeugregierungen bis in alle Ewigkeit zanken. Oder vielleicht sind unsere Regierungen schon am Ende, wir wissen es nur noch nicht. Alle Kampfeinheiten von Novorossiya müssen sich vereinigen. Ihre Kommandeure müssen sich zusammenschließen und eine direkte Kommunikation herstellen. Wir müssen eine einheitliche Front bilden. Alle Einheiten, die wirklich für die Wahrheit, die Ehre und die Würde des Volkes von Novorossiya eintreten. Alle Einheiten die bereit sind bis zum Ende zu gehen, bis zum Sieg, müssen sich endlich vereinigen. Wir brauchen keine gekauften Führer, die Novorossiya verraten. Gebt uns Sieg und Gerechtigkeit, gebt uns Ehre und Würde… oder gebt uns den Tod. Das ist der einzige Weg. "Denkt nicht an eure Haut. Denkt an eure Ehre." Dies ist das Motto unseres Widerstands. Und ich bitte alle, ihm zu folgen und sich unseren Kräften anzuschließen. Wir wissen, wofür wir kämpfen. Wir wissen, vor wem wir Rechenschaft ablegen müssen. Wir wissen, auf was wir stolz sein können. Und unter keinen Umständen sollten wir für die finanziellen Interessen von jemandem kämpfen. In erster Linie kämpfen wir für unser Volk. In erster Linie kämpfen wir für unsere Ehre und Würde. Wir werden siegen!