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NÖ/Gänserndorf: Betriebsschließung ARDO – 190 Arbeitsplätze stehen vor dem Aus!

vor 4 Stunden
2 Min. Lesezeit


Die Geschäftsführung von ARDO hat angekündigt den Standort in Großenzersdorf bereits in drei Monaten, bis Anfang 2027, zu schließen. Nicht nur rund 190 Arbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz, auch 500 Gemüsebetriebe sind davon betroffen.


Der Tiefkühlproduzent will 2027 das Werk schließen. Begründung: der Zustand des Werkes sei schlecht, die Investitionen in die Produktion, Verpackung, Lagerung und Versorgungseinrichtungen wären zu umfangreich, es gäbe zu große Kostenunterschiede zu den mittel- und osteuropäischen Ländern. Für den „kleinen“ österreichischen Markt, würde es sich nicht rentieren, die Produktion aufrecht zu erhalten… das ist die „Logik“ der imperialistischen Produktionsweise!


Dass es für die rund 190 Arbeiter den Verlust von ihren Arbeitsplätzen bedeutet ist der Konzernführung genauso egal wie die 500 Zulieferbetriebe, die ihre Betriebe in vielen Fällen eigens für die Weiterproduktion von ARDO umgestellt haben. Einen anderen Standort hat die Konzernführung noch nicht genannt – nur für die sieben (!) Angestellten der Verwaltung, diese sollen nach Wien verlagert werden. Festgehalten wurde lediglich, dass für die Arbeiter von ARDO bereits ein sogenannter „Sozialplan“ ausgearbeitet wurde. Die Region Gänserndorf weist jetzt schon die zweithöchste Arbeitslosenquote neben Wiener Neustadt in Niederösterreich auf. Wie nun langfristig ein Arbeitsplatz gesichert werden soll, während laufend Betriebe geschlossen werden ist fraglich.


Inwiefern sich auf einen solchen ausgearbeiteten „Sozialplan“ vertraut werden kann ist genauso fraglich. Die Arbeiter von ARDO zeigten sich im Jahr 2023 jedenfalls sehr kämpferisch – so organisierten sie außerhalb der Kollektivvertragsverhandlungen einen unbefristeten Streik! (Die Rote Fahne berichtete: NÖ: Unbefristeter Streik für höheren Lohn bei Ardo). Die Forderung war Lohnerhöhung von 200 Euro. Mit Gratiskebap versuchten die Gewerkschaftsführung und die Konzernleitung die Arbeiter vom Streik abzuhalten – vergeblich! Kein Vertrauen in die Sozialpartnerschaft zu haben ist also mehr als berechtigt – so kennt der Gewerkschaftsapparat die Losung „Erhalt von Arbeitsplätzen“ nicht mehr. Das Schlagwort heißt nun „Sozialplan“ und bedeutet nichts anderes als Handlangerschaft der Herrschenden, um die Betriebsschließungen sang- und klanglos über die Bühne bringen zu können.


Die Arbeiter haben in der jüngeren Geschichte aber immer wieder bewiesen, dass nur sie es selbst sind die für die eigenen Interessen einstehen und kämpfen können. Das bedeutet heute nichts anderes als selbst für den Erhalt der Arbeitsplätze zu kämpfen! Klar ist, dass die Arbeiter aus der Vergangenheit ihre Lehren ziehen müssen, insbesondere aus dem Streik und der Vorgehensweise der Gewerkschaftsführung 2023/2024, auch hier äußerte sich die Rote Fahne (Ardo/NÖ: Lohnabschluss weit hinter Streikforderungen!).







Bildquellen:

  • grüner und orangefarbener Gemüsesalat in weißer Keramikschale - Ravi Sharma - unsplash

  • PRO-GE

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