Frau Kahr, sind Rechenzentren wirklich eine Zukunftsinvestition?
Korrespondenz aus dem Alltag

Nun wurde bekannt, dass das deutsche Unternehmen „Nexspace“ sein bestehendes Rechenzentrum in Graz-Puntigam auf das Doppelte ausbauen will, da vor allem die Nachfrage nach Infrastruktur und Künstlicher Intelligenz massiv ansteige. Die „kommunistische“ Bürgermeisterin Elke Kahr zeigt sich erfreut darüber und sieht darin eine „Zukunftsinvestition“, die vor allem Anreize für mittelständische Betriebe schaffen würde.
Nun frage ich Sie Frau Kahr, worin bei einem KI-Rechenzentrum aus Deutschland so viel „besseres“ liegen würde als aus „Übersee“? Und weiters frage ich mich, seit wann die Zwangsdigitalisierung und Überwachung, die der Bevölkerung ungefragt auferlegt werden, per se eine „gute Zukunft“ verheißen sollten. Ein großer Teil der Bevölkerung ist da offenbar nicht Ihrer Meinung. Ihre Haltung entspricht eher jener eines jeden anderen Politikers im derzeitigen Panorama: Ganz unabhängig von den Interessen des Volkes wird den Großkonzernen jeder Stein aus dem Weg geräumt. Es ist eine Zukunftsinvestition für die Monopole und ob hier ein Jubel angebracht ist, ist fraglich.
Worin sich hier die Grazer Stadtpolitik von jener der oberösterreichischen Landesregierung, beispielsweise in Bezug auf Kronstorf, unterscheiden sollte ist nicht ersichtlich. Das selbe gilt übrigens für die Landespolitik in Wien und Niederösterreich. Letztes Jahr im August wurden in Niederösterreich drei große Rechenzentren von Microsoft in Betrieb genommen. Die Bundespolitik ist nicht ausgenommen: Im Juli 2025 unterzeichneten Bundeskanzler Stocker, Michael Ludwig, Peter Hanke und andere die Bewerbung für eine der geplanten europäischen AI-Gigafactorys, welche Investitionen von rund fünf Milliarden Euro erfordern würde. Wenn es um wichtige Fragen für das Kapital geht, tanzt offenbar auch die KPÖ nicht aus der Reihe...
Bildquelle: Elke Kahr - Gemeinderatswahlen Graz 2026 BHO-5284 - Bernhard Holub - wikimedia
- CC BY-SA 4.0






Kommentare