Ferdinand Strasser: Unsterblicher Held des Widerstands.
- Paul M.
- 6. März
- 3 Min. Lesezeit
Wir wollen uns mit diesem Beitrag jemanden widmen, der nicht nur sein Leben für die Arbeiterklasse gab, sondern auch sein ganzes Leben nach dem Klassenkampf und den Interessen des Proletariats ausrichtete. Ferdinand Strasser - ein Vorbild unserer Klasse und nicht ohne Grund einer der „12 unsterblichen Helden des Zentralkomitees der KPÖ“, jener Helden die im Kampf gegen den Faschismus und die Okkupation Österreichs durch die Nazis ihr Leben ließen. Aber was machte ihn zu einem dieser Helden?

Ferdinand Strasser wurde am 3. April 1901 in Krems geboren, als Sohn von Kleinbauern (Weinbauern). 1911 verteilte er im Alter von zehn Jahren schon Flugblätter. Als einziger Mittelschüler trat er 1915 dem Verband jugendlicher Arbeiter, der damaligen sozialdemokratischen Jugendorganisation, bei und wurde bald darauf zum Obmann gewählt. Nach einigen Jahren begann Strasser im Parteisekretariat der SDAP in St. Pölten zu arbeiten und wurde 1921 im Alter von 20 Jahren zum Parteisekretär bestellt. Da er selbst aus einer Bauernfamilie abstammte war ihm auch der Zusammenschluss von Bauern und Arbeiter ein großes Anliegen. Er widmete sich vor allem der Arbeit unter den Kleinbauern und organisierte eine starke Pächterbewegung, Unter anderem konnte er einen Kollektivpachtvertrag mit dem Grafen Montecuccoli abschließen, was auch ein Vorbild für weitere Reformen dieser Art war, um die Werkbauern immer fester mit ihren wirtschaftlichen Interessen an die Arbeiter zu binden. Diese politische Arbeit unter den Bauern bewährte sich später auch während der Februarkämpfe, als eine Reihe von Bauern die Kämpfer unterstützten.
Während der Februarkämpfe 1934.
In den Kämpfe des Roten Februars ergriff er nicht wie viele andere führende Sozialdemokraten die Flucht, sondern versuchte mit klugen strategischen Schachzügen der Übermacht zu trotzen. Rund 500 Schutzbündler standen 3.400 Mann der Exekutive und 1.000 Mann des Militärs gegenüber. Ferdinand Strasser versuchte St. Pölten konzentrisch einzunehmen, um so auch die Schutzbündler in Traisen zu entlasten. Nach anfänglichen Erfolgen mussten sich die Schutzbündler zurückziehen, vor allem aufgrund der feigen Haltung der sozialdemograstischen Führung. Er erkannte, dass die Sozialdemokratie nicht anderes ist, als eine Stütze für die herrschende Klasse. Wie Tausende andere sozialdemokratische Funktionäre und Parteimitglieder, trat Ferdinand Strasser deshalb nach dem Februar 1934 zur KPÖ über. In einer vom damaligen KPÖ-Vorsitzenden an Georgi Dimitroff, dem Generalsekretär der Kommunistischen Internationale, gerichteten Notiz heißt es über Strasser: „Er gehört zu der besten Genossen, die nach dem Februar 1934 aus der Sozialdemokratischen Partei gekommen sind.“
Die Zeit in der KPÖ.
Am 16. Februar 1934 flüchtete er aus Österreich und befand sich zuerst in einem Lager für geflüchtete Schutzbündler in Znaim. Dies Schicksal teilten viele, denn es gab nach den Februarkämpfen zahlreiche Hinrichtungen. Ab 1935 befand sich Ferdinand Strasser im politischen Exil in der Sowjetunion, die er nicht nur verteidigte, sondern auch Lieben lernte, was er in zahlreichen Briefen bestätigte. Er sagte: „Die Stachanow-Bewegung gibt der technischen Entwicklung neue, ungeahnte Möglichkeiten, die mit allen Mitteln zur Erhöhung des Lebensniveaus der schaffenden Menschen ausgenützt werden. Jetzt habe ich einen guten Anschauungsunterricht, was Sozialismus wirklich ist, welch ungeheuer starke Kräfte es in den Menschen weckt, welch gewaltige Entwicklungsmöglichkeiten für ein Volk es in sich birgt. Um freilich dort hinzukommen, ist ein hoher Einsatz erforderlich. Auch die russischen Arbeiter mussten ihn bringen, gewaltige Hindernisse sind zu überwinden, aber das Ziel lohnt alle Mühen, alle Beschwerden.“ Dort arbeitete er, nahm an zahlreichen Schulungen teil und schulte später selber auch andere. Aufgrund der politischen Lage reiste er 1937 illegal wieder nach Österreich ein, um weiter politische Arbeit zu verrichten und am Kampf teilzunehmen. Er wurde 1937 ins Zentralkomitee der KPÖ gewählt. Nach einigen Monaten wurde er wieder verhaftet und 1938 aus der Haft entlassen. Nach der Annexion Österreichs durch Nazi-Deutschland baute er ein großes Netzwerk an Wiederstandgruppen auf. Auch den Widerstand in Kärnten und Salzburg betreute er. Ebenso war er ein wichtiger Teil der Roten Hilfe, die Spenden für den Widerstand sammelt, bis er am 15. April 1941 von der Gestapo verhaftet wurde. Er konnte nur so lange unentdeckt bleiben, weil er überaus vorsichtig und mit klarem Verstand arbeitete. Auch nach unzähligen Verhören und Folter bekamen sie nichts aus ihm heraus. Auch die Tatsache das er im ZK der KPÖ war blieb verborgen, ebenso wie Teile des Netzwerks der Roten Hilfe von der Gestapo nicht aufgedeckt werden konnten. Dennoch wurde er wegen Vorbereitung zum Hochverrat am 12. Juni 1942 vom nationalsozialistischen Volksgerichtshof zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde am 30. September 1942 im Wiener Landesgericht vollstreckt.
Ferdinand Strasser, ein Held des Widerstands, dessen Beispiel uns auch heute dazu dient, die Haltung und das Leben im Interesse der Arbeiterklasse auszurichten, ihren Zielen und ihren Aufgaben. Ferdinand Strasser, unsterblicher Held der Arbeiterklasse und des Volkes!






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