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Broschüre Februarkämpfe 1934: Hier erhältlich!


Anlässlich des 92. Jahrestages der heldenhaften Februarkämpfe 1934, wollen wir hier eine Broschüre des "Editorenkollektivs Roter Feber" bewerben. Die Broschüre wurde 2024 anlässlich des 90. Jahrestages der Februarkämpfe herausgegeben und hat auch heute nichts an Aktualität und Relevanz verloren. Hier möchten wir zum heurigen Jahrestag das Vorwort der Broschüre veröffentlichen.


Die Broschüre ist über den Versand/Verkauf der Roten Fahne erhältlich - meldet euch einfach bei: https://www.rotefahne.at/kontakt



Details:

Editorenkollektiv Roter Feber

Textzusammenstellung anlässlich des 90. Jahrestages der heldenhaften Feberkämpfe 1934

Kosten: 4€ (Ohne Versandkosten)






Vorwort



Zum 90. Jahrestag der bewaffneten Februarkämpfe 1934 ist es uns eine große Freude, mit der vorliegenden Broschüre eine Textzusammenstellung zum Roten Feber herausgeben zu können. Mit Bedauern mussten wir feststellen, dass zwar der Jahrestag zahlreiche Erwähnung findet, jedoch eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den revolutionären Lehren dieser Kämpfe weitgehend fehlt. Mit dem Ziel diesem Mangel Abhilfe zu leisten, stellten wir diese Broschüre zusammen und hoffen um ihre weitestgehende Verbreitung.


Der bewaffnete Kampf der Arbeiterklasse am 12. Februar 1934 schlug seine Wellen weit über die Bundesgrenzen Österreichs hinaus. Das internationale Echo war enorm. Bereits am 12. Februar fand im tschechischen Brünn eine erste Solidaritätsdemonstration statt und zwischen 12. und 17. Februar wurden im ganzen Land in hundert Betrieben Solidaritätsstreiks und in fünfzig Städten und Orten Demonstrationen durchgeführt. In Polen traten in den Februartagen 30.000 Arbeiter in einen Solidaritätsstreik. Die Kommunistische Partei Spaniens rief zu einem Generalstreik auf, an dem sich mehr als 100.000 Arbeiter in allen wichtigen Industriezentren beteiligten. Bei einer Massenkundgebung in Stockholm beteiligten sich 35.000. Auch in Deutschland, Bulgarien, Griechenland, Jugoslawien, Großbritannien, den USA usw… erhoben sich die Massen zu Tausenden zur Solidarität. Den größten Widerhall fanden die Kämpfe jedoch in der Sowjetunion. In zahlreichen Großbetrieben der wichtigsten Städte fanden Massenversammlungen statt, die Protestresolutionen annahmen. Die Arbeiter beschlossen einen Tageslohn den Familien der gefallenen Februarkämpfer zur Verfügung zu stellen, womit eine nach damaligen Maßstäben gewaltige Summe von einer Million Schilling bereitgestellt wurde. (1)



Georgi Dimitroff: Brief an die österreichischen Arbeiter


Sowohl das Ausmaß der Kämpfe, als auch die Wellen die sie international schlugen, geben einen Hinweis auf die Bedeutung der Analyse und Auswertung der Lehren dieses Ereignisses sowohl für die österreichische Arbeiterbewegung, als auch für die internationale kommunistische Bewegung. Diese Rolle erfüllte kurz nach den Februarkämpfen Georgi Dimitroff als Repräsentant der Kommunistischen Internationale (Komintern). Der bulgarische Kommunist, zeitweiliger Vorsitzender der KPÖ und Mitglied des Exekutivkomitees der Kommunistischen Internationale (EKKI) war erst am 27. Februar 1934 als „Held von Leipzig“ aus der Haft der Nationalsozialisten entlassen worden. Bereits im März verfasste er im Moskauer Krankenhaus den Hauptteil des hier abgedruckten „Briefs an die österreichischen Arbeiter“. Dieser Brief stellt eine tiefgreifende Analyse der Kämpfe dar und fasst ihre wichtigsten Lehren und die Aufgaben der Kommunisten zusammen. Um ein historisch materialistisches Verständnis zu fördern, muss festgehalten werden, dass die wichtigste Frage im Brief, die Analyse des hauptsächlichen Mangels der heroischen Februarkämpfe, von Josef Stalin, Führer der KPdSU(B) und der proletarischen Linie in der Komintern, an Dimitroff übermittelt wurde und er den Brief auch redigierte. (2) Im Brief legt Dimitroff dar: „Nein, nicht der bewaffnete Kampf der österreichischen Arbeiterklasse war ein Fehler. Der Fehler bestand darin, dass dieser Kampf nicht organisiert war und nicht auf revolutionäre, bolschewistische Weise geführt wurde.“ Diese Tatsache wurde bereits im ersten halben Jahr nach den Februarkämpfen, durch den Übertritt von 10.000 bis 15.000 Sozialdemokraten zur KPÖ, in der Tat bewiesen. Diese Analyse und Auswertung durch die Führung der damaligen kommunistischen Weltbewegung besitzt auch heute, 90 Jahre danach, große Bedeutung und Aktualität.



Der Vorbote: Flugschrift zum 90. Jahrestag


Das österreichische Theoriemagazin „Der Vorbote“, das in der Vergangenheit besonders mit umfassenden Analysen historischer Ereignisse der revolutionären und kommunistischen Bewegung und ihrer Bedeutung für heute auffiel, gab anlässlich des 90. Jahrestages der Februarkämpfe eine Flugschrift mit dem Titel „Ihr Blut floss nicht umsonst… Den Lügen um den Februar 1934 entgegentreten!“ heraus. Wir haben uns dazu entschieden diese Flugschrift als zweiten Text hier abzudrucken, weil der Beitrag jene Lücke füllt, die wir an inhaltlicher Auseinandersetzung und politischer Schlussfolgerung rund um dieses Ereignis ausgemacht haben. Gerade zum 90. Jahrestag finden alte und neue geschichtsrevisionistische Darstellungen von den Februarkämpfen verstärkte Verbreitung. Sich diesen anzuschließen, oder gar die sozialdemokratische Position unwidersprochen zu übernehmen, widerspricht der Notwendigkeit einer eigenen Geschichtsauffassung und eines eigenen Verständnisses der unterdrückten Klassen von diesem Ereignis und verhindert damit deren Lehren zu verstehen und anzuwenden. Im „Brief an die österreichischen Arbeiter“ schreibt Dimitroff: „Was ist jetzt zu tun, Genossen? Vor allem ist eine gründliche Überprüfung des von 1918 bis zum bewaffneten Kampf im Februar 1934 zurückgelegten Weges notwendig. Es ist erforderlich, die Lehren aus diesem Kampf anzuwenden, in dem sich der ganze Bankrott der sozialdemokratischen Politik widerspiegelt. Je rascher das getan wird, um so besser für euch und für die ganze österreichische Arbeiterklasse, um so näher ist ihr sicherer Sieg.“ Mit der hier abgedruckten Flugschrift wird nicht nur den verschiedenen geschichtsrevisionistischen Märchen wirksam entgegengetreten, sondern es wird auch ein Teil dieser von Dimitroff gestellten Aufgabe erfüllt, die großen Kämpfe der österreichischen Arbeiterbewegung auszuwerten und die für heute notwendigen Schlussfolgerungen zu ziehen: Einen Trennungsstrich zwischen proletarischem und bürgerlichem Standpunkt, zwischen revolutionärer Theorie und Praxis und dem opportunistischen und liberalen Gejammer.


Mit dieser Broschüre möchten wir nicht nur den Lesern ein taugliches Werkzeug zum Verständnis der Geschichte, sondern vor allem eines für die Orientierung im Klassenkampf heute geben. Erfolgt die Verwendung dieser Broschüre in diesem Sinn, so haben wir das Ziel unserer Publikation erreicht!


Hoch leben die Lehren der bewaffneten Februarkämpfe 1934!


Editorenkollektiv Roter Feber





(1) Winfried Ganscha/Hans Hautmann: Februar 1934 in Österreich, Dietz Verlag Berlin 1984, S. 172-175.

(2) Hans-Peter Weingand: Die KPÖ und der Februar 1934, CLIO 2020, S. 59.



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