Zum 65. Todestag von Bertolt Brecht

Aktualisiert: 13. Jan.

Am 14. August jährte sich zum 65. Mal der Tod von Bertolt Brecht. Brecht war einer der wichtigsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts und ein wichtiger Revolutionär. Während die Herrschenden nach Kräften versuchen seine wahre Bedeutung zu außen vor zu lassen, sind sein Leben und seine Werke für uns heute von größtem Interesse.


Brecht kam aus eher wohlhabenden Verhältnissen, sein Vater war hoher Angestellter einer Fabrik. Doch das hinderte Brecht nicht daran, sich sein ganzes Leben lang fest an die Seite der Arbeiter und der Unterdrückten zu stellen. Schon in der Schule fiel er Lehrern und Erziehern, mit Gedichten die er gegen den ersten Weltkrieg geschrieben hatte, unliebsam auf, weswegen er fast rausgeschmissen wurde. Doch Brecht schreckte nicht vor dem Kampf zurück, sondern reagierte mit Stücken, in denen er die Dekadenz und die Verdorbenheit der kapitalistischen Gesellschaft umso schärfer und härter angriff, wie in seinem bekannten Werk die „Dreigroschenoper“.


Von Beginn an tat sich Brecht als konsequenter Antifaschist hervor. Gedichte die später vertont wurden, wie das „Einheitsfrontlied“, sind nach wie vor sehr populär. Die Aufführungen von Brechts Stücken wurden mehr und mehr von den Nazis gestört, die 1933 eine große Hetzkampagne gegen die Kommunisten und alle fortschrittlich gesinnten Menschen starteten. Brecht floh aus Deutschland, um weiter gegen den Nazifaschismus kämpfen zu können und schrieb zahlreiche großartige Lieder und Stücke aus dem Exil.


Brecht war während des Krieges in die USA geflohen. Anstatt seine Leistungen im Kampf gegen den Nazifaschismus zu würdigen, wurde er in den USA bereits zwei Jahre nach Kriegsende wieder verfolgt. Die Kommunistenjagd des „Komitees zur Untersuchung unamerikanische Aktivitäten“ hatte begonnen. Vor Gericht betonte Brecht, was stimmte: er war (bis zu diesem Zeitpunkt) nie Mitglied der Kommunistischen Partei gewesen, er hatte den entschiedensten Kampf gegen den Faschismus geführt - Seite an Seite mit Kommunisten. Und, er war als konsequenter Antifaschist auch Antikapitalist – denn der Faschismus ist die aggressivste Form der Herrschaft des Finanzkapitals. So gejagt floh er aus den USA.


Brecht wird heute in Österreich sogar von vielen Schülern gelesen, doch die Politik wird oft einfach ausgespart, im Gegensatz zum Sinn seiner Werke: „Ich wollte auf das Theater den Satz anwenden, dass es nicht nur darauf ankommt, die Welt zu interpretieren, sondern sie zu verändern.“ Brecht wird oft als Kämpfer gegen Faschismus, gegen Armut und Ungleichheit, für Demokratie präsentiert, und das stimmt. Aber als Revolutionär wusste Brecht, dass die Armut verursacht wird durch den Reichtum, durch die Ausbeutung, auf der die kapitalistische Ordnung aufgebaut ist.

In diesem Sinn sagt er den Arbeitern in seinem Werk „Die heilige Johannah der Schlachthöfe“:


„Bleibt hier! Was auch kommt

Geht nicht auseinander!

Nur wenn ihr zusammenbleibt

Könnt ihr euch helfen!

Wißt, daß ihr verraten seid

Von allen euren öffentlichen Fürsprechern

Und euren Gewerkschaften, welche gekauft sind.

Hört auf niemanden, glaubt nichts

Aber prüfet jeden Vorschlag

Der zur wirklichen Änderung führt. Und vor allem lernt:

Daß es nur durch Gewalt geht und

Wenn ihr es selber macht.“


Heute wird nicht gesagt, dass Brecht für die Revolution der Arbeiter kämpfte, für die seine Kunst Waffe war und ist. Seine Werke sind in diesem Sinne auch heute sehr wichtig für den Kampf der Unterdrückten und Ausgebeuteten um ihre Befreiung!



Bildquelle: Jörg Kolbe, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons