Kenia: Der Staat verletzt, verschleppt und ermordet Demonstranten.
- Jennifer M.
- vor 9 Stunden
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Die Bevölkerung Kenias geht seit Jahren gegen die Kürzungspolitik der Regierung auf die Straße. Der Staat, vor allem unter Führung des Präsidenten Ruto, geht mit den härtesten Mitteln gegen die Demonstranten vor. Ende Juni wurden Aktivisten der Revolutionary Student Commission (RSC) (Revolutionäre Studentenkomission) verschleppt und entführt – nun wurde ein Aktivist getötet.
Gerechtigkeit für ermordete und verhaftete Demonstranten
Anlässlich der Massenproteste im Jahr 2024, bei welchen dutzende Demonstranten ermordet und hunderte verletzt wurden, protestieren breite Teile der Bevölkerung gegen das gewalttätige Vorgehen durch die Regierung. Am 25. Juni gingen Tausende auf die Straße um Gerechtigkeit für die Ermordeten aus dem Jahr 2024 zu fordern und ihre Wut gegen staatliche Repression zu zeigen. Präsident Ruto ließ durch die staatlichen Sicherheitskräfte Barrikaden und Straßenabsperrungen einrichten. Während 350 Personen festgenommen wurden und Tränengas in die Menschenmassen abgefeuert wurden, wurden mehrere Aktivisten festgenommen und von der Polizei mit gefälschten Autokennzeichen verschleppt. (1)

Die Revolutionary Student Commission forderte die sofortige Freilassung der verhafteten und verschleppten Aktivisten. An mehreren Tagen wurden Protestaktionen organisiert. Am 30. Juni blockierten Demonstranten für mehrere Stunden Straßen mit Felsbrocken in Vororten von Nairobi. Bei einer Blockadeaktion wurde ein Aktivist getötet und zwei weitere Aktivisten verletzt.


Vergangenes Jahr, bei der ersten Gedenkdemonstration, wurden erneut 60 Demonstranten durch staatliche Sicherheitskräfte brutal ermordet und weitere 500 verletzt.
Vom IWF diktierte Steuerreform war Auslöser der Proteste
Auslöser der Massenproteste im Jahr 2024 war eine durch den IWF diktierte Steuerreform, die eine massive Steuererhöhung auf alle lebensnotwendigen Güter wie Ernährung, Wohnen und Gesundheitsversorgung bedeutete. In 37 von 45 Bezirken Kenias gab es Massendemonstrationen, das Parlament wurde gestürmt und in Brand gesetzt. Wie 2024 so auch jetzt versucht die Regierung die Demonstranten als „Kriminelle“ hinzustellen um ihr repressives und gewaltsames Vorgehen zu rechtfertigen.
Die Revolutionary Student Commission betont: „Diese feige Repression wird unseren Kampf für Gerechtigkeit und Freiheit nicht zum Schweigen bringen!“



