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Hedy Urach: Eine vergessen gelassene Heldin?



Heute erleben wir wieder Zeiten der Krise, des Umbruchs und neuer Kriege. Heute werden wieder solche als „Helden“ vorgeführt die noch lauter, noch aggressiver als andere Unrecht zu Recht erklären wollen. Wir sollten uns jene wirklichen Helden vor Augen halten, die auch in Zeiten des Umbruchs und Aufruhrs das Recht der Völker, der Arbeiter und aller Unterdrückten verteidigten. Eine von ihnen war Hedy Urach, die am 17. Mai 1943, vor genau 80 Jahren, als kommunistische Widerstandskämpferin von den Nazis hingerichtet wurde.


Hedy Urach wurde im Jahr 1910 als Kind einer Arbeiterfamilie in Hietzing (Wien) geboren. Sie wuchs als Kind eines Straßenbahners unter ärmlichen Verhältnissen auf, war aber stets „stolz ein Kind der Arbeiterklasse“ zu sein. Mit 18 Jahren, kurz nach dem Abschluss ihrer Schneiderlehre, trat sie dem Kommunistischen Jugendverband (KJV) bei. Als Schneiderin fand sie keine Anstellung, es war eine Zeit hoher Arbeitslosigkeit, und deshalb war sie gezwungen als Hilfsarbeiterin zu arbeiten. Eine Weggefährtin von ihr schrieb dazu: Sie begriff „ihre schlechte soziale Lage nicht als persönliches Missgeschick, sondern als Folge der Krise des Kapitalismus“. Damit behielt sie auch Recht, denn so wie ihr ging es Hunderttausenden.


Sie ließ sich aber nicht unterkriegen, sondern organisierte dort wo sie arbeitete, in der Schuhfabrik Michelstädter, einen durch die Arbeiter durchgeführten Streik gegen Lohnkürzungen. Nach zwei Wochen Streik konnte sogar eine Lohnerhöhung von 16 Prozent durchgesetzt werden. Dieser große Erfolg des Streiks in der Schuhfabrik ist auch heute ein wichtiges Beispiel, denn entgegen der damaligen Gewerkschaftsführung die nicht die Forderungen der Arbeiter unterstützte wurde dieser Erfolg erzielt. Dieser Streik brachte ihr große Sympathie unter der Arbeiterklasse ein und sie wurde später Mitglied des Zentralkomitees (ZK) der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ). Mit dem Verbot der KPÖ und vielen demokratischen und gewerkschaftlichen Organisationen wurde die Lage für die Arbeiter und Massen immer schwieriger. Der Austrofaschismus kam an die Macht und errichtete seinen Ständestaat. Doch auch hier ließ sich die Kommunistin Hedy Urach nicht einschüchtern, sondern kämpfte und organisierte weiter, weil sie wusste das nur die vereinte Aktion der Arbeiter und des Volkes den Faschismus niederringen konnte.


Als der Nazifaschismus Österreich okkupierte und aus dem Land einen Teil des „deutschen Reichs“ machte, war es die KPÖ die zum nationalen Widerstand und zur Befreiung Österreichs rief. Ab diesem Zeitpunkt widmete Hedy Urach ihr Leben und Wirken diesem Ziel, sowohl im Exil, als auch in der Illegalität im Inland. 1941 wurde sie verhaftet und aufgrund ihrer politischen Tätigkeit zum Tode verurteilt.


Hedy Urach ist eine große Heldin des österreichischen Volkes und es gibt viel von ihrem Beispiel zu lernen. Sie verkörperte in allem was sie tat, dass es auch in Zeiten des Umbruchs notwendig ist voranzugehen, die Interessen der Arbeiterklasse, den revolutionären Kampf zu verteidigen und dafür zu kämpfen. Sie ließ sich trotz widrigster Umstände und vielen Schwierigkeiten nicht entmutigen. Hedy Urach war auch eine jener, die den bewussten Kampf und die Organisierung nicht als „letztes Mittel“, sondern als Notwendigkeit ansahen, um für eine neue Welt, gegen die kapitalistische Ausbeuterordnung einzutreten.

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