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Windhager: Mitarbeiter bangen um Arbeitsplätze und Lohn

(Korrespondenz aus dem Viertel)


Der Produktionsbetrieb Windhager ist pleite, hunderte Arbeitsplätze sind in Gefahr und Löhne wurden teilweise nicht ausbezahlt. Bei den vielen Insolvenzen und Pleiten die es derzeit gibt, ist das in den Monopolmedien oft nicht einmal mehr eine Schlagzeile wert...


Traditionsunternehmen Windhager ist insolvent.


Das Unternehmen Windhager wurde 1921 als kleine Schlosserei gegründet, derzeit gehört das Familienunternehmen mit Sitz in Seekirchen (Salzburg-Flachgau) der Hathor Privatstiftung, die von Gernot Windhager eingerichtet wurde. Nun bangen an die 440 Beschäftigte der Unternehmensgruppe um ihren Job. Am 8. Jänner wurden über zwei Firmen (Produktion sowie Verkauf und Service) Insolvenzverfahren und für die dritte Firma (Logistik) ein Konkursverfahren eröffnet. Nach dem Rekordjahr 2022 mit 160 Mio. Umsatz, folgte der Auftragseinbruch mit bis zu 70 Prozent Auftragsrückgang. Dies sei laut Geschäftsführer dem enorm gestiegenen Pellets-Preis, der von 300 Euro auf zeitweise 700 Euro pro Tonne gestiegen ist, der hohen Inflation, den hohen Zinsen, dem erschwerten Zugang zu Krediten und dem Einbruch in der Baubranche geschuldet. Die Pelletkesseln wurden in den letzten 20 Jahren zum zentralen Produkt des Unternehmens. Ob und wie es weitergeht ist noch völlig unklar. Für eine eventuelle Übernahme gibt es jedoch bereits Interessenbekundungen – ob dies Konkurrenten oder Finanzinvestoren sind, ist ungewiss. Die angekündigten staatlichen Förderungen für einen Heizungstausch in Österreich und Deutschland ab Jahresmitte könnten erneut zu einem Nachfrageboom führen und eine Übernahme attraktiv erscheinen lassen.


Nicht nur Beschäftigte, auch Besitzer von Heizungsanlagen sind betroffen.


Bereits im vergangenen Sommer wurden 179 Mitarbeiter für drei Monate in Kurzarbeit geschickt. Ein erneuter Antrag für Kurzarbeit im Herbst wurde vom AMS abgelehnt. Die Passiva belaufen sich auf etwa 86 Millionen Euro. Die Gehälter und Löhne vom Dezember wurden nicht ausbezahlt. Auch etliche Kunden, die eine Heizanlage von Windhager besitzen sind mit Problemen konfrontiert. Ehemalige „Elk-Häuslbauer“ hatten Heizungsanlagen von Windhager automatisch dabei, da Elk einen Vertrag mit Windhager für die Heizungen hatte. Services der Heizanlagen mussten entsprechend der Garantieklausel auch über Windhager abgewickelt werden. Die Kunden hatten dadurch sehr hohe Anfahrtspauschalen zu bezahlen, da der Firmensitz in Seekirchen ist und die Kunden sich über das ganze österreichische Staatsgebiet erstreckten. In letzter Zeit häufen sich Stromausfälle, diese lassen Gasthermen und andere Geräte, dabei vor allem die Platine, kaputt gehen. Ersatzteile gibt es derzeit nicht. Auch bei anderen Heizungsanbietern können keine entsprechenden Ersatzteile geordert werden. In der kalten Jahreszeit ohne Warmwasser und ohne Heizung auszukommen, ist eine mehr als schwierige Herausforderung. Nicht jeder kann sich gleich eine neue Heizungsanlage leisten!



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