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  • Lena L.

Wien: 12.000 bei Streiktag für Kindergärten und Betreuung

Aktualisiert: 30. Okt. 2023




Am Dienstag gingen 12.000 (!) Beschäftigte aus dem Bereich der Elementarpädagogik und Betreuung, wie Kindergarten, Hort und Schule auf die Straße um für besserer Bedingungen und mehr Lohn zu kämpfen. Es war der Auftakt für beginnende KV-Verhandlungen.


Auf zahlreichen, vielfältigen Schildern und Transparenten wurden Forderungen getragen und Missstände angeprangert. Was vielen gemeinsam war: Es fehlt an Personal! Das zeigt deutlich auf, dass es bei den KV-Verhandlungen neben der zentralen Forderung nach Lohnerhöhung, auch um das drängende Anliegen für mehr Personal gehen muss.


Es muss hervorgehoben werden, dass der Streiktag mit einer Teilnehmeranzahl von 12.000 Angestellten eine sehr große und kraftvolle Demonstration war. Der Hut brennt, die Beschäftigten können und wollen nicht mehr so weiter machen, das war eine klare Botschaft. Demonstrationen in dieser Größe im Bildungs- und Sozialbereich sind eine Neuheit der letzten Jahre. Dahinter steht, dass sich die Beschäftigten zunehmend selbst organisieren und auf die Füße stellen!


Ein eigener Block auf der Demonstration stellen die Kollegen aus der Freizeitpädagogik, die aktuell (wir berichteten: Protest: Freizeitpädagogik bleibt!) einen Kampf um den Erhalt ihrer Profession führen. Sie stehen in vielerlei Hinsicht repräsentativ für diesen Bereich: im Kampf um mehr Lohn, um besserer Arbeitsbedingungen und nun, im entschlossenen Widerstand gegen das Vorhaben der Regierung ihren Beruf zu streichen und die Qualität in der Betreuung massiv zu verschlechtern. Sie werden nun seit Monaten in den Verhandlungen hingehalten und unter Druck gesetzt, doch sie bleiben standhaft.


Eine der Demo-Teilnehmerinnen meinte gegenüber der Roten Fahne über ein „Kompromisspapier“, welches die Regierung in der letzten Verhandlung vorlegte. „Damit haben wir nichts festes in der Hand. Was heißt „nachhaltige Entgeltsicherung“? Das ist bestenfalls ein Etappensieg. Wir bleiben kämpferisch!


Viele der Teilnehmer repräsentierten diese Haltung, auch wurden Schilder getragen die sich gegen leere Versprechen richteten. In den vergangen Jahren zeigten sie nicht erst einmal ihre Kampf- und Streikbereitschaft, um schlussendlich von der Gewerkschaftsführung hintergangen zu werden. Davon haben die Beschäftigten in diesem Bereich zurecht genug! Eine Kindergartenpädagogin meinte dazu: „Vor 20 Jahren haben wir schon die gleichen Probleme kritisiert und angeprangert! Und nun wird so getan, als wären das neue Probleme – das ist eine Frechheit.“ Und genau so schien es vielen Kindergartenpädagoginnen zu gehen: Streik und Demonstration finden sie gut und richtig, aber die Haltung die die Gewerkschaftsführung zeigte, lässt kaum jemanden hoffen dass sich damit wirklich etwas verändert. Die Kolleginnen haben das Gefühlt, dass in die Luft posaunt wird, nur um die Wut abzudämpfen und damit die Gewerkschafts-Spitzen gute Fotos präsentieren können. Der Frechheit oberste Etage ist dabei die Tatsache, dass die Kindergärtnerinnen aus den städtischen Betrieben nur dann am Streiktag teilnehmen durften, wenn sie Gewerkschaftsmitglieder sind. Viele sind nur deswegen kurz davor der Gewerkschaft beigetreten, damit sie nicht den Notdienst in den Kindergärten schieben müssen und ihr Demonstrations- und Streikrecht wahrnehmen können! So ein „Streik“ kann und wird nichts für die Beschäftigten bringen. Gegen solche Maßnahmen sollte sich zusammengeschlossen werden, damit in Zukunft auch tatsächliche Verbesserungen erreicht werden und die Kolleginnen nicht nochmal 20 Jahre hingehalten werden!





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