Wegen 2G+ nach Unfall nicht im Krankenhaus behandelt!

„Ab Jänner wird wegen Omikron in Österreich nichts mehr möglich sein“. Diese Aussage hat mich Mitte Dezember 2021 dazu bewogen, ein paar Tage ins Ausland zu reisen, solange es noch möglich ist. So weit, so gut – die Grenzüberschreitung hat geklappt. Währenddessen wurden die Einreisebestimmungen nach Österreich wieder einmal geändert: sofern man kein 2G+ aufweist, gilt eine sofortige Quarantäne unmittelbar nach Überschreitung der österreichischen Grenze.


Während dem Auslandsaufenthalt habe ich mir einen Knochenbruch zugezogen. Für mich hat sich folgende Frage gestellt: sofortige Rückreise nach Österreich oder Behandlung vor Ort. Viele Telefonate und eine schlaflose Nacht und später stellte sich heraus, dass mein Knochenbruch in zwei Wiener Spitälern nicht behandelt wird. Das Lorenz Böhler Unfallkrankenhaus verlangt für Patienten einen 2G+ Nachweis, das AKH Michelbeuern 2G. Nach telefonischer Absprache mit dem Infoservice beider Spitäler sei aber „in meinem Fall ein Besuch im Krankenhaus während der Quarantäne sowieso nicht möglich“.


Nun stellt sich mir folgende Frage: inwiefern darf sich ein Unfallkrankenhaus als solches bezeichnen, wenn für Patienten eine 2G+ Zugangsbeschränkung gilt?! Die Notwendigkeit eines PCR-Tests widerläuft der Natur eines Unfalls; der ja bekanntlich spontan, ungeplant und ohne jegliche Absicht des Betroffenen passiert. „Diese Regelung trifft für Notfälle selbstverständlich nicht zu“, wurde mir am Telefon zugesichert. Inwiefern ein unbehandelter Knochenbruch ein Notfall sei oder nicht, wurde vom Infoservice über meinem Kopf hinwegentschieden – klares Nein! Auf meinen Einwand, dass ich monatliche Versicherungsbeiträge einzahle und mir ohnehin medizinische Versorgung auch in Rechtssachen zusteht, wurde nicht eingegangen. Auch wurde meine Anfrage nach einem Hausbesuch eines Arztes in meiner Wohnung ignoriert.


Aus diesem Anlass ließ ich den Knochenbruch im Ausland behandeln. Ich habe dort mehr medizinische Versorgung erhalten, als in meinem eigenen Herkunftsland! In Wien regelt jedes Spital die Zugangsbeschränkungen für Patienten individuell. Nachdem man sich durch den Dschungel an Auflagen, Regelungen, Verbote und Beschränkungen gekämpft hat, stellt man fest, dass manche Spitäler für Patienten 2.5G verlangen. Immer noch fraglich, aber irgendwie möglich – sofern es sich um keinen Notfall handelt. Apropos Notfall – ob dies der Fall ist oder nicht wird von der Servicestelle beziehungsweise vom Portier im jeweiligen Spital telefonisch vorab binnen 10 Sekunden entschieden, knallhart und ohne jegliche fachlich-medizinische Ausbildung.



Bildquelle: Lorenz Böhler-Unfallkrankenhaus, by GuentherZ, CC BY-SA 3.0