PCR Test in nur einer einzigen öffentlichen Teststraße

Aktualisiert: 13. Jan.

(Korrespondenz vom AMS)

Linz: Der Unmut und Zorn wird immer größer. Nicht nur, dass innerhalb der Bevölkerung gespalten und gehetzt wird, wird es de facto verunmöglicht einen PCR-Test zu machen.

Besonders hart trifft das die Arbeitslosen. Bei uns im AMS-Kurs sind zirka ein Drittel der KollegInnen ungeimpft. Alle von ihnen haben ihre Gründe nicht zu impfen und alle wären sehr bemüht zum eigenen Schutz und zum Schutz der anderen sich auch testen zu gehen. Allerdings gibt es keine Kapazitäten. In ganz Linz gibt es nur eine öffentliche Teststraße für PCR-Tests (und das beinhaltet auch Hunderte vom ländlichen Raum die hierherkommen). Termine sind dort ohnehin für eine ganze Woche lang ausgebucht und stellt man sich an, steht man mehrere Stunden im Freien in einer Warteschlange. Das medizinische Personal und Hilfspersonal dort ist vollkommen überlastet und darf zudem den Zorn der Leute ausbaden. Für die Hunderten die sich dort anstellen gibt es lediglich drei Beschäftigte welche die Anmeldung durchführen. Zudem waren vergangenen Sonntag, der Stichtag wo es zur Pflicht wurde, nur zwei Testkojen offen!

Welche Option sind für uns die Selbsttests von „Alles Gurgelt“? Die sind in der Regel ausverkauft. Die KollegInnen im Handel müssen sich jetzt den ganzen Tag ansudern und beschimpfen lassen, obwohl sie die letzten sind, die das zu verantworten haben. Nun hat die Regierung schon eingelenkt und die Bestimmung gelockert. Doch auch die Antigen-Tests in diversen Teststraßen und Labors sind keine Option aufgrund von mangelnden Kapazitäten, eingeschränkten Öffnungszeiten und Überlastung.

Das wäre einerseits das Testproblem. Hinzu kommt, dass Ergebnisse viel zu spät kommen und teilweise, wenn nicht aktiv nachgefragt wird, gar nicht ankommen. (zuletzt wartete ich 34 Stunden!) Das führte bei uns nun schon alleine in dieser Woche dazu, dass von vielen KollegInnen Bezüge gestrichen wurden – nicht aufgrund ihrer „Unwilligkeit“, sondern weil sie nicht rechtzeitig zum Ergebnis kamen. Das wird dann unter „unentschuldigte Fehlstunden“ verbucht und somit der Bezug gestrichen. Das Problem ist schlichtweg, dass es bei Weitem nicht ausreichende öffentliche Testmöglichkeiten gibt! Sollte der Test wirklich das geeignete Mittel zur Eindämmung der Pandemie sein, müssen auch ausreichende öffentliche und kostenlose Testmöglichkeiten und dementsprechende Labore zur Verfügung gestellt werden. Ganz im Gengenteil wurden die öffentlichen Teststraßen sogar vor Kurzem noch abgebaut. Das ist nur ein Beispiel wo man sieht, dass es nicht um Maßnahmen zum Gesundheitsschutz geht – und schon gar nichts im Sinne der öffentlichen Versorgung unternommen wird!



Bildquelle, Symbolbild: Covid19 Antigen Rapid Test Diagnostic, dronepicr, CC BY 2.0