OÖ: Schülertransporte kurz vor dem Aus.

(Lokalbericht aus Oberösterreich)


Wegen der gestiegenen Spritpreise und allgemeinen Preissteigerungen stehen Schülertransporte kurz vor dem Aus. Betroffen sind die Beschäftigten, aber auch tausende Familien in ländlichen Gebieten.


Schüler- bzw. Kindertransporte sind am Land schon längst zu einer Notwendigkeit geworden. Tausende Familien sind darauf angewiesen, um ihre Kinder in die Schule oder den Kindergarten zu bringen. Organisiert und durchgeführt werden diese Transporte von privaten Bus- und Taxibetrieben. Nun kann der Betrieb wegen hoher Spritpreise, sowie steigender Kosten für neue Fahrzeuge und Ersatzteile nicht weiter aufrecht erhalten werden. Alleine in Oberösterreich sind davon 850 Bus- oder Taxibetriebe mit über 3.000 Fahrzeugen betroffen!


Ob der Betrieb aufrecht erhalten werden kann, hängt davon ab wie viel Geld von Land und Bund für die Schülertransporte in die Hand genommen werden. Es gibt dabei Fixbeträge (laut der gesetzlich geregelten Schülerfreifahrt), die, gemäß der Teuerungen, nicht erhöht wurden. Das Familienministerium habe nun zwar zusätzlich 30 Millionen Euro für die Schüler- und Lehrlingsfreifahrt zugesichert, aber das entspricht bei Weitem nicht den Anforderungen im Bundesgebiet. Pro Schülertransportbetrieb in Oberösterreich würde das in etwa 13.000 Euro ausmachen, was gerade einmal der jährliche Mehraufwand durch die steigenden Spritpreise für einen (!) Bus ausmacht. Bei weitem also nicht genug, um die so dringend benötigten Schülertransporte aufrecht zu halten. Betroffen von den Teuerungen sind hier tausende Beschäftigte der jeweiligen Bus und Taxibetriebe, sowie tausende Familien, die im Alltag auf diesen Transport darauf angewiesen sind. Teuerungen und keine dementsprechende Finanzierung betreffen neben den Schülern und Kindergartenkindern auch die Behinderten- und Krankentransporte.


Während die Herrschenden im Zuge der hohen Spritpreise vom Umstieg auf die Öffis und der sogenannten „Verkehrswende“ reden, wurde der öffentliche Verkehr im ländlichen Raum in den vergangenen Jahren nicht nur teurer, sondern häufig auch abgebaut. Zigtausende Familien sind daher auch auf die Schülertransporte angewiesen. Werden diese nicht dementsprechend finanziert, werden Eltern ihre Kinder einzeln zur Schule bringen müssen. Das bringt nicht nur enorme Schwierigkeiten für die Familien mit sich, sondern führt dazu, dass ohne privatem PKW nicht einmal die Schule oder Kindergarten zu bewältigen ist.


Das ist ein weiteres Beispiel dafür, wie die Herrschenden versuchen die Krisenkosten durch Teuerungen auf die Bevölkerung, die Arbeiter und Angestellten, abzuwälzen. Notwendige Ausgaben für bereite Teile der Bevölkerung (Ausgaben die den ganz normalen Alltag sichern!), werden im Verhältnis gekürzt, während für die Aufrüstung eines neutralen Landes Milliarden an Steuergelder locker gemacht werden. Es darf keine weiteren Teuerungen und keinen weiteren Sozialabbau geben, dafür müssen wir uns einsetzen!



Quellen:

www.orf.at: Bewegung bei Schülerfreifahrt. 4.4.2022; Spritkosten belasten Schülertransporte 28.3.22

www.orf.at: TV, Aktuell nach Eins vom 5.4.2022



Bildquelle: Kinder Schulweg by die Linke Nordhein-Westfalen, CC BY-SA 2.0