Nein zur NATO, nein zum Ukraine-Krieg: Bevölkerung in Bulgarien und Griechenland leistet Widerstand.

In vielen Ländern kam es in den vergangenen Wochen zu Protestaktionen gegen den Krieg in der Ukraine, dabei insbesondere gegen das US-amerikanisch dominierte Kriegsbündnis NATO. Griechenland und Bulgarien sind Mitglieder der NATO, bzw. müssen für Militärstützpunkte, Übungen und Einsätze „herhalten“. In beiden Ländern stellen sich Teile der Bevölkerung regelmäßig gegen diese Art der Fremdbestimmung.

In Bulgarien gibt es seit Wochen Demonstrationen gegen den Krieg in der Ukraine, gegen die NATO und die US-amerikanische Einflussnahme. Es werden Forderungen nach einem neutralen und unabhängigen Bulgarien laut. Am 19. März fand eine große Demonstration anlässlich des Besuches von US-Verteidigungsminister Lloyd Austin statt. Ziel des Besuches war es das bulgarische Luftverteidigungssystem zu deinstallieren, sowie die Einbeziehung Bulgariens in den Ukraine-Krieg.

Auch die revolutionäre Organisation „Bewegung 23. September“ beteiligt sich aktiv an den Protesten gegen den amerikanischen Einfluss in Bulgarien. Im Aufruf zur Demonstration schreibt sie (eigene Übersetzung): „Und was genau sind unsere Interessen: Zunächst einmal die Wahrung der Neutralität unseres Landes und eine feste Ablehnung aller Versuche, das bulgarische Volk in einen Krieg gegen seine Interessen zu verwickeln (…) Dies beinhaltet sowohl die Ablehnung des Anstiegs der US-Basen und der Militärkontingente auf unserem Territorium, als auch aller Versuche Waffen nach Kiew zu schicken.“ (siehe Facebook: Движение "23 септември")


In Griechenland kam es in Chania (Stadt auf der Insel Kreta) erneut zu Protesten gegen den dort ansässigen NATO-Stützpunkt. Diesmal entfachte der Zorn der Bevölkerung an einer versuchten Vergewaltigung eines 14-jährigen Mädchens durch einen US-Soldaten. In den vergangenen Jahren gab es in der Stadt häufig antiimperialistische Proteste, die sich unter anderem gegen die NATO richteten, sowie den Austritt Griechenlands aus EU und NATO und den Rückzug aller griechischen Truppen aus dem Ausland forderten. Auch während der Pandemie, als es antidemokratische, repressive Maßnahmen gegen die Bevölkerung gab und die Militarisierung massiv vorangetrieben wurde, gab es Demonstrationen gegen diesen Militärstützpunkt.

Auf einer griechischen Nachrichtenplattform (antigeitonies3.blogspot.com) ist zu lesen, dass in der Bevölkerung Wut und Empörung über den jüngsten herrschen. Am Sonntag den 20. März kam es gegenüber einer 14-jährigen Schülerin der Musikschule von Chania zu einer versuchten Vergewaltigung durch einen US-Soldaten. Er sei in ihr Zimmer eingedrungen, bedrohte und terrorisierte sie und nur durch Zufall soll die Schülerin entkommen sein. Besonders pikant dabei ist, dass der Soldat niemals verurteilt werden würde, da das Abkommen über die US-NATO-Stützpunkte ausdrücklich besagt, dass alle US-Soldaten, egal welches Verbrechen sie begehen, in Griechenland nicht vor Gericht gestellt werden dürften. Die Schüler, Eltern, Lehrer, die Menschen in Chania erleben am eigenen Leib, welche Auswirkungen der US-NATO-Stützpunkt auch in ihrem täglichen Leben hat. Seit Jahrzehnten häufen sich Vorfälle von Vergewaltigungen und Prügeln.

Erneut ruft die Bevölkerung von Chania zum antiimperialistischen Protest auf. Sie stellen sich gegen den NATO-Stützpunkt in ihrer Stadt und gegen die Teilnahme Griechenlands am Ukraine Krieg!