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  • Paul M.

Molln: Australische ADX Energy will Gas bei Naturschutzgebiet fördern.

Aktualisiert: 12. März 2023



Vor einigen Wochen wurde erstmals bekannt gegeben, dass ein australisches Unternehmen im oberösterreichischen Molln Gas fördern will, direkt beim Naturschutzgebiet und wenige Kilometer vom Nationalpark Kalkalpen. Neben der Frage des Natur- und Umweltschutzes, kommt noch der Aspekt hinzu, dass hier an einen ausländischen Konzern Konzessionen vergeben wurden, trotz extrem hoher Energiepreise für die Bevölkerung.


Die Rechte für Probebohrungen hat der australische Konzern ADX Energy Ltd. schon erhalten. Die Einwohner haben mit solchen Vorhaben schon aus der Vergangenheit schlechte Erfahrungen. In den 80er Jahren wollte die OMV nach Öl bohren, doch ohne Erfolg. Bis auf ein steigendes Verkehrsaufkommen und einen riesigen Asphaltplatz im hintersten Talschluss habe es nichts gebracht. (1)


Riesige Mengen Gas?

Angeblich soll es im betreffenden Gebiet zwischen 4 und 44 Milliarden Kubikmeter Gas in fast zwei Kilometer Tiefe geben. Der Konzern rechnet mit einer Menge von 22 Milliarden Kubikmeter. Laut Geologen Reinhard Sachsenhofer liegt die Wahrscheinlichkeit solche Mengen zu finden zwischen 0 und 20 Prozent. ADX Energy hat mit dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus Verträge für die Erweiterung des Lizenzgebiets für Exploration, Produktion und Gasspeicherung von 450 km² auf 1.022 km² abgeschlossen. So wird das Land offenbar zum Wohle ausländischen Kapitals ausverkauft. Annahmen besagen, dass mit dieser Menge Österreich für drei Jahre versorgen könne. Hier stellt sich auch die Frage, dass wenn tatsächlich so eine große Menge an Gasvorkommen existiert, warum es dann einen ausländischen Konzern verkauft wird, da dies offensichtlich von gesamtgesellschaftlichem Interesse wäre.


Minimal-invasiver Eingriff

ADX Energy sagt zu dem Vorhaben „die geplanten Gasbohrungen sollen nur ein minimal-invasiver Eingriff sein“. Mitgründer der Bürgerinitiative „Pro Natur – Steyrtal“ und Anrainer Christian Hatzenbichler betont jedoch: „In Wirklichkeit können die Vorhaben erheblich Schaden anrichten. (…) Es gibt es zahlreiche Tier und Pflanzenarten, deren Lebensraum so zerstört wird. Durch die Bohrungen könnten Kühlflüssigkeit und andere giftige Chemikalien in den Boden gelangen. Auch der durch Bohrung und Abbau produzierte Lärm ist für die Einwohner und Tierwelt untragbar.“ Ebenso sollen für das Vorhaben fünf Quadratkilometer Boden zubetoniert und asphaltiert werden.


Auch der bekannte Ökologe Franz Essl von der Universität Wien lehnt die Vorhaben ab. Er sagt dazu „Eine so artenreiche und gut erhaltene Wiesenlandschaft ist in OÖ wohl sonst nirgendwo mehr zu finden“ … Ein derartiges Großprojekt in einer so artenreichen Landschaft hat sicherlich auch ökologische Auswirkungen auf die Fläche rundherum. So müssten etwa Rohrleitungen errichtet und Straßen adaptiert werden. Es komme zu Lärm- und Schmutzbelastungen durch Abwässer, Schmiermittel und Öl. Auch Methan wird beim Anbohren von gasführenden Schichten austreten, was wiederum schädlich für die Umwelt sein kann. (2)


Faule Ausreden von Politik!

Mit der Rechtfertigung, vom „bösen“ russischen Gas wegzukommen, ist es auch für die Grünen in Ordnung direkt neben einem Naturschutzgebiet sogenannte „fossile“ Brennstoffe abzubauen. Hier zeigen sie wieder einmal ihr wahres Gesicht: Solange das Geld stimmt, ist Umwelt- und Klimaschutz nebensächlich. Laut Aussagen des Bürgermeisters Andreas Rußmann (SPÖ) müssten einige Aspekte noch geklärt werden, z.B. ob eine Umweltverträglichkeitsprüfung notwendig sei. Ebenso kritisiert dieser, dass man die Bewohner so spät informiert hat. Doch in der Gemeinde sei man „nicht grundsätzlich gegen das Projekt“. Faule Ausreden also, dass das Problem auf die Untransparenz gegenüber der Bevölkerung geschoben wird. Denn an die Öffentlichkeit gebracht hat das Vorhaben nicht der Bürgermeister, sondern ein Umwelt-Aktivist, der durch Zufall auf die Vorhaben gestoßen ist.


Auch in Bad Hall sollen jetzt Gasbohrung geplant sein. Verhindert werden die Projekte nur durch den gemeinsamen Kampf und Zusammenschluss der Bevölkerung. In Molln hat sich auch schon eine Initiative aus der lokalen Bevölkerung gegründet, um gegen dieses Vorhaben anzukämpfen. (2)




(1) ORF.at

(2) derstandard.at



Bildquelle: NP Kalkalpen Talblick Kreuzboden, Styko, Attribution-ShareAlike 3.0 Austria (CC BY-SA 3.0 AT)



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