Matura: Das geht sich alles niemals aus!

Aktualisiert: 9. Juni

(Korrespondenz aus der Schule)


Obwohl nun schon zwei Jahre in Folge die Matura an die Schulstofflücken, hauptsächlich durch die Schulschließungen verursacht, angepasst wurde, steht ein drittes Mal erneut zur Debatte.


Verglichen mit den beiden letzten Matura-Jahrgängen, hatten die Schüler der diesjährigen Abschlussklassen den schwersten Weg zur Matura, denn sie sind seit dem 2. Semester der 6. Klasse von den Nachteilen des Distance-Learnings betroffen: zu viele Arbeitsaufträge, keinen Kontakt zwischen Schülern und Lehrer. Doch die Regierung behauptet, die Schulen haben sich nun mit den erschwerten Bedingungen zurecht gefunden und können deswegen wieder nach den alten Maßstäben gemessen werden. Dieses Argument ist nicht stichhaltig.


Seit Beginn der Krise jagen die Schüler in den meisten Fächern dem Stoff vergebens hinterher, in anderen geht der Stoff nur schleppend voran. Die Lehrer verlangen entweder zu viel von ihren Schülern, oder sie nehmen sich die Zeit, Dinge angemessen zu erklären, schaffen aber voraussichtlich nicht alle Themengebiete. Beides verursacht Wissenslücken, doch es bestand nie die Möglichkeit diese aufzufüllen. Im Gegenteil: Während des letzten Lockdowns nutzten einige Schüler die Möglichkeit zu Hause zu bleiben, doch die meisten Lehrer unterrichteten nur im Präsenzunterricht, ohne Alternativprogramm.


"In manchen Fächern haben wir uns ausgemacht, dass niemand bei ihnen maturiert, weil es sich sonst nicht ausgeht." Die geringste Anpassung an diese Bedingungen wären Veränderungen an der Matura. Wie letztes Jahr sollte es die Möglichkeit geben Themenbereiche zu streichen, sowie die Anzahl der verpflichtenden Prüfungen zu kürzen. Dass dies immer noch nicht beschlossen ist, setzt Schüler und Lehrer enorm unter Druck. "Man hat keine Freizeit mehr. Man ist den ganzen Tag in der Schule. Wenn man dann heimkommt muss man an der VWA(1) arbeiten, Hausübungen machen und dann noch versuchen den versäumten Stoff nachzuholen. Wenn man versucht das alles zu schaffen, besteht das Leben nur mehr aus Schule und Schlafen, und trotzdem geht sich nicht alles aus."

(1) Vorwissenschaftliche Arbeit

Bild: Alexandra_Koch, Pixabay/Public-domain-ähnlich



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