Linz: Krankenhauspersonal protestiert gegen schlechte Zustände

Aktualisiert: 13. Jan.

(Korrespondenz aus der Pflege)


Am 10. November beteiligten sich auch in Linz Kolleginnen und Kollegen an der bundesweiten Protestaktion im Gesundheitsbereich. Im NeuroMed Campus, der ehemaligen Wagner Jauregg Nervenklinik, versammelten sich deutlich über hundert Beschäftigte, um auf die katastrophalen Zustände und Arbeitsbedingungen im Gesundheitsbereich hinzuweisen. Journalisten der Roten Fahne waren vor Ort und berichten hier.


Es versammelten sich Pflegekräfte, Ärtzinnen und Ärzte, aber auch Patientinnen und Patienten und Kolleginnen und Kollegen anderer Bereiche des Krankenhausbetriebes. „Der Akku ist leer“, war auf Schildern zu lesen, neben dem bereits bekannten Slogan „Es ist Fünf nach Zwölf“. Damit machen die Kolleginnen und Kollegen abermals auf ihre untragbaren Arbeitsbedingungen aufmerksam. Viele sind „ausgebrannt“, im Burnout, sind psychisch und körperlich überlastet – sie können und wollen nicht mehr so arbeiten. Neben der schlechten Entlohnung sind es Fragen von Unterbesetzung und Überlastung der Kapazitäten, weshalb der dringend notwendige Protest nun begonnen wurde.


Forderungen sind: Mehr Lohn, mehr Personal und mehr Ruhezeiten!


Die Stimmung beim Linzer NeuroMed Campus zeigte eines deutlich: die Kolleginnen und Kollegen sind müde, aber auch bereit sich für ihre Interessen und die der Patienten einzusetzen. „Mit den letzten Reserven, einem letzten Kraftakt, wollen wir mit diesem Protest Hoffnung schöpfen und etwas bewirken“, war zu hören. Diese Protestaktion soll erst der Anfang gewesen sein! Auch Patientinnen und Patienten und Teile der Bevölkerung solidarisierten sich, was unter anderem auf Schildern zum Ausdruck kam. Eine Kollegin meinte: „Es ist zwar sicherlich akut eine Katastrophe, aber die fiel nicht vom Himmel, oder kam erst mit Corona. Schon seit Jahren wird nur mehr gekürzt. Das bekommen wir in der Pflege zu spüren, aber natürlich auch jeder, der medizinische Hilfe braucht.“ Eine andere Kollegin zeigte sich verärgert über die Impfdebatte: „Es ist einfach nicht richtig, wenn jetzt die Nichtgeimpften an den Pranger gestellt werden. Das führt zu keinen Lösungen, sondern schwächt nur den so wichtigen Zusammenhalt. Was es braucht ist ein Ausbau der öffentlichen Gesundheitsversorgung, ganz unabhängig von der Corona-Impffrage!“. Ein Kollege meinte auch, dass es wichtig sei sich zu beteiligen und dass viele einerseits Angst hätten Probleme mit dem Betrieb zu bekommen, aber andere auch meinten, das bringe nichts. „Wenn wir dran bleiben, uns weiter zusammenschließen und die Reihen am besten auch noch erweitern, denn es betrifft die ganze Bevölkerung, dann bin ich mir sicher – bringt der Protest sehr wohl was!“.