Kostenexplosion: „Energiekostenausgleich“ nur ein Tropfen auf dem heißen Stein


Sowohl die rasante Steigerung der Energiepreise, der Wohnungskosten und nicht zuletzt der Lebensmittelpreise bringen viele in finanzielle Schwierigkeiten.


Laut Statistik Austria können sich 94.000 Haushalte das Heizen nicht mehr leisten (Stand von 2021) und die Zahl der Betroffenen wird sich durch die Zunahme der Energiekosten unweigerlich drastisch erhöhen. Im Jahresvergleich (Dezember 2020 / Dezember 2021) stiegen die Kosten für Heizöl um 44,3%. Erdgas um 27,7%, Strom um 12,4%, Diesel um 33,9% und Super um 31,3%. Insgesamt lag der Energiepreisindex bei einem Plus von 24,1%. Der Energiekostenausgleich von 150,- Euro für fast alle Haushalte, wie es von der Regierung beschlossen wurde, ist bei diesen Preissteigerungen einfach lächerlich. Zwar wurde noch einmal nachgebessert und weitere 150,- Euro können für besonders Bedürftige bereitgestellt werden, doch von einem „Kostenausgleich“ kann keine Rede sein.


Anspruch auf den „Energiekostenausgleich“ haben Ein- bzw. Mehrpersonenhaushalte mit einem Einkommen bis zur (ein- bzw. zweifachen) ASVG-Höchstbeitragsgrundlage (dzt. 5.670,- €) brutto pro Monat. Die Einmalzahlungen decken den Mehraufwand für Energiekosten nur zum Teil ab, zudem sind nicht nur die Energiepreise gestiegen, sondern auch die Mieten im Vergleichszeitraum von 2016 bis 2020 im Durchschnitt um 12,2% und die Lebensmittel um ca. 15%. Durch die hohe Inflation im Jänner (rund 5,1%), welche den höchsten Wert seit 1984 darstellt, werden sich die Preise noch weiter erhöhen, vor allem auch die Mietpreise und Versicherungen, die durch die Indexierung um geschätzte 8% ansteigen werden. Einmal mehr zeigt sich sehr deutlich, dass versucht wird die Kosten der Krise auf die Bevölkerung abzuwälzen.


Ein wirklicher „Kostenausgleich“ kann nicht durch Einmalzahlungen erfolgen, es braucht dringend eine entsprechende Erhöhung der Löhne, der Pensionen und des Arbeitslosengeldes. Offensichtlich ist jedoch, dass die Herrschenden das nicht „einfach so“ machen werden, sondern dafür müssen sich die Arbeiter und die unterdrückten Teile der Bevölkerung zusammenschließen, um ihren Forderungen Ausdruck zu verleihen.






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