Euro statt Kuna – Kroaten befürchten steigende Preise


Mit 1.1.2023 soll in Kroatien der Euro als offizielle Währung eingeführt werden.


Laut Umfrage einer Online-Plattform, an der 3.500 Personen teilnahmen, hat sich mehr als ein Drittel der Befragten noch keine Meinung zum Thema gebildet und ist daher weder für noch gegen die Einführung der Euro. Knapp ein Drittel der Befragten begrüßen die Einführung des Euro und ebenfalls knapp ein Drittel lehnen sie ab. Den größten Vorteil sehen die Befürworter darin, dass Kroatien dadurch noch stärker mit der EU verbunden ist. Bei Betrachtung der negativen Seiten, sind die Befürchtung von drastischen Preiserhöhungen sowie der Verlust der monetären Souveränität die meistgenannten Argumente.


Der derzeitige Mindestlohn in Kroatien beträgt etwa 4.500,- Kuna (das sind ca. 595,- Euro) der Durchschnittslohn beträgt in etwa 7.100,- Kuna (ca. 945,- Euro). Die Preise für die meisten Lebensmittel gleichen in etwa denen in Österreich, manche sind auch teurer. Sprit ist ohnehin teurer als in Österreich. Viele der Befragten befürchten zudem, dass die Löhne den Preissteigerungen bei Einführung des Euro nicht angepasst werden und so noch mehr Armut entsteht und abermals tausende Kroatinnen und Kroaten das Land verlassen müssen, um im Ausland zu arbeiten. Gegenwärtig leben 18,3 Prozent der Kroaten in Armut oder sind Armutsgefährdet, das sind über 700.000 Menschen, zählt man jene, die unter sozialer Ausgrenzung leiden noch dazu, sind es 23,2 Prozent der Gesamtbevölkerung.


Unter den Arbeiterinnen und Arbeitern, bei den untersten Schichten der Bevölkerung Kroatiens überwiegt eine Ablehnung zur Einführung des Euro. “Die Preise werden steigen, aber die Löhne bleiben gleich“, so der allgemeine Tenor unter den Befragten. Jene die ohnehin nicht mehr wissen, wie sie mit dem geringen Lohn ihren Lebensunterhalt sichern sollen, befürchten, dass es für sie noch viel schwieriger oder sogar unmöglich wird, ihr Leben zu finanzieren.





Quellen: Eigene Umfrage, Novi List, Onlineportal MojPosao

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