Die Preise steigen – der Protest wächst!


In den vergangenen Jahren kam es in vielen Ländern zu eklatanten Preissteigerungen. Besonders aber in den vergangenen Wochen, unter dem Vorwand des Krieges in der Ukraine, wurden die Preise in die Höhe getrieben. In vielen Ländern gab es bereits zahlreiche und massenhafte Proteste der Bevölkerung.


Im Zentrum der Proteste stand der massive Anstieg der Spritpreise, sie waren es, welche das Fass zum Überlaufen brachten. In Spanien entfachten die Proteste am 14. März durch die LKW-Fahrer, die entschlossen demonstrierten, Straßen blockierten und streikten, da die gestiegenen Spritpreise ihre Existenz bedrohe. „Wir werden den Streik fortsetzen“, sagte Manuel Hernandez (1), einer der Organisatoren des Protestes, „Wir haben kein Geld um zu arbeiten, da wir unserer Kosten nicht decken können“. In Griechenland zeigten sich die Bauern entschlossen die Teuerungen zurückzuschlagen. Am 18. März versammelten sich hunderte griechische Bauern in Athen und demonstrierten, teilweise auch mit Traktoren, gegen die gestiegenen Spritpreise. Bereits zu Beginn des Jahres protestierten die Bauern gegen die steigenden Energiekosten. Viele der Bauern können ihre Felder nicht mehr bestellen, ihre Geräte nicht betreiben, oder ihr Saatgut ausbringen. Es handelt sich bei jenen Bauern in der Regel um Kleinbauern, welche um ihre Existenzen kämpfen.


In Albanien demonstrierten Hunderte für eine sofortige Senkung der Kraftstoffsteuer (wir berichteten bereits → LINK) und auch in Österreich gab es bereits Aktionen gegen die steigenden Spritpreise. In Portugal/Lissabon blockierten am 31. März Autofahrer eine wichtige Verkehrsstrecke aus Protest gegen die teuren Spritpreise. Vergangenes Wochende demonstrierten auch tausende Menschen in Großbritannien in mehr als 20 Städten. Ihr Protest richtete sich neben den steigenden Energiekosten auch gegen die steigenden Lebensmittelpreise, welche Millionen von Menschen in die Armut treiben. Auch schlossen sich in manchen Orten Seeleute von des Unternehmens P&O an, welches erst kürzlich 800 Beschäftigte gekündigt hat.


Weltweit finden aktuell in zahlreichen Ländern kämpferische Demonstrationen gegen Teuerungen, insbesondere gegen die steigenden Energiekosten statt. In Peru wurden bei Protesten fünf Menschen ermordet, was den Widerstand noch mehr befeuerte. Die Proteste starteten in der Hauptstadt Lima und wurden durch die Teuerungen von Sprit und Düngemitteln ausgelöst, doch entwickelten sie sich rasch zu einem Protest gegen die Regierung. Es kam zu großen Straßenblockaden, welche Teile der Hauptstadt lahm legten. Die Herrschenden reagierten mit Polizeigewalt und Ausgangssperren. Doch Tausende widersetzten sich und gingen erneut auf die Straße, wobei es in der Nacht auf den fünften April laut Medienberichten zu Angriffen auf Regierungsgebäude gekommen sein soll.


Die aktuellen enormen Teuerungen sind eine Existenzbedrohung für Millionen Unterdrückte und Ausgebeutete weltweit. Es ist ein Versuch der Herrschenden sich aus der kapitalistische Krise zu retten und auf Kosten der Arbeiter und Bevölkerung zu sanieren. Sowohl viele Beispiele aus der jüngeren Geschichte, wie die Gelbwestenproteste oder der Arabische Frühling, welche sich anhand von Teuerungen entfachten, als auch die aktuellen Entwicklungen zeigen deutlich, dass dies nicht unbeantwortet bleibt!




(1) www.reuters.com: Spanish truckers to continue strike after rejecting new government aid package. 25.3.2022




Quellen:

www.reuters.com: Greek framers on tractors protest „unbearable“ fuel, fertilizer costs. 19.3.2022

www.morningstaronline.co.uk: Thounsands across Britain protest against the cost-of-living crisis

www.msn.com: Peru protest death toll hits five as fuel price rises stoke anger. 5.4.2022


Bildquelle: Freeze Prices - Not the Poor by Alisdare Hickson, CC BY-SA 2.0