„Die Nakba hat niemals aufgehört“

Am Samstag den 15. Mai fand in Wien eine Kundgebung in Gedenken und Protest gegen die Nakba, die Vertreibung der Palästinenser von ihrem Land, die den Grundstein für die Gründung Israels legte, statt. 300 Personen nahmen mit daran teil.


„Nakba“ - das heißt Katastrophe. 1948 vertrieben zionistische Milizen hunderttausende Palästinenser, brannten hunderte Dörfer nieder und führten zahllose Massaker an der palästinensischen Bevölkerung durch. Auf diesen Verbrechen wurde Israel aufgebaut, ein Staat, in dem den Palästinensern sämtliche Grundrechte entzogen sind. Doch wie in jedem Redebeitrag der Kundgebung betont wurde, hat diese Vertreibung von palästinensischen Familien in Jerusalem, von Beduinen in der Nakab-Wüste und vor allem durch Siedlerkolonialismus in der West-Bank, niemals aufgehört. Die Nakba geht heute noch weiter. Die Proteste, wie die großen Proteste im Mai letzten Jahres, richten sich weiter gegen die Vertreibung der Palästinenser von ihrem Land. Zahlreiche Passanten, besonders arabische Jugendliche, zeigten sich auch auf der diesjährigen Kundgebung solidarisch und schlossen sich ihr an.


„Der feige Mord an Shireen sollte die Stimme der Palästinenser zum Verstummen bringen“. Die Ermordung der palästinensischen Journalistin Shireen Abu Akleh hat die Welt erschüttert und die Kundgebung wurde auch ihrem Andenken gewidmet. Symbolisch wurde ein Sarg für sie mitgetragen. Doch wurde auch betont, dass oft, sehr oft, solche Morde an Palästinensern verübt werden, auch wenn die Monopolmedien, besonders in Österreich, das meistens verschweigen und nicht davon berichten. Oder es wird, wie im Fall von Shireen, eine Täter-Opfer-Umkehr betrieben, und die Palästinenser selbst für die Morde durch die israelischen Streitkräfte verantwortlich gemacht. Selbst bei dem Begräbnis der Journalistin wurde auf Besucher geschossen, weil sie palästinensische Fahnen mitgebracht hatten! Bei der Wiener Kundgebung wurden deshalb demonstrativ dutzende Palästina-Fahnen geschwenkt.


Bei der Stiftkaserne wurde auf die Kooperation des österreichischen Militärs, trotz der formellen Neutralität, mit Israel für die Entwicklung neuer Waffensysteme hingewiesen. Die Herrschenden in Österreich haben Interesse an Einflussgewinn im Nahen Osten, aber wenig Interesse daran, über den Krieg gegen die Palästinenser zu berichten (während aber Kriegsberichte aus der Ukraine sehr reißerisch, und einseitig auf und ab gespielt werden).


„Es ist kein Konflikt der Religionen!“, und es gibt keinen Grund, diese Lüge zu glauben - das wurde in jedem Redebeitrag betont. Die Spaltung zwischen den Völkern, die Unterdrückung durch den Imperialismus und seine Marionetten, dient den Interessen der reichen und mächtigen Länder vor allem Europas und der USA. „Kämpfen wir gegen diese imperialistische Unterdrückung!“, das wurde zum Abschluss der Kundgebung festgehalten.



Bildquelle: eigene Aufnahmen