Das öffentliche Drama

Aktualisiert: 9. Juni

Zeitungen, Nachrichtensendungen und die „sozialen“ Medien belästigen die Interessierten und leider auch die weniger Interessierten „Konsumenten“ seit Wochen mit einem Thema. Wir sprechen an dieser Stelle nicht etwa von den allgemeinen Teuerungen oder anderen Themen, die die Massen jeden Tag in Ihrem Leben spüren. Nein, wir reden über den öffentlich ausgetragenen Rosenkrieg zwischen Johnny Depp und seiner Ex-Frau Amber Heard.


Während die Menschen am Ende des Monats kein Geld mehr am Konto haben und nicht wissen, wie sie ihre Rechnungen begleichen sollen, wird im Boulevard und in den Mainstreammedien darüber diskutiert, ob der mutmaßlich notorische Alkoholiker Johnny Depp sich jeden Abend ein oder zwei Flaschen Wein reinkippt und ob die Tränen, die die bestenfalls mittelmäßige Schauspielerin Amber Heard vor Gericht vergießt, echt oder Teil einer Rolle sind. Wir hätten diese öffentliche Zurschaustellung der Abgehobenheit und Dekadenz nicht benötigt, um zu wissen, dass Hollywood und die nach falschem Gold glänzende Filmwelt nichts mit den Massen gemein hat. Auch den Journalisten (wer mit diesem Thema seine Seiten füllt, darf eigentlich nicht als solcher bezeichnet werden) sei eines gesagt, bitte verschont uns mit diesem unwürdigen Schauspiel, denn das Drama ist nicht der Prozess an sich, sondern die Penetranz, mit dem dieser den Menschen aufs Auge gedrückt wird.


Bildquelle:

Amber Heard and Johnny Depp at the premiere of Black Mass, by GabboT, CC BY-SA 2.0




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Korrespondenzen sind Beiträge aus verschiedenen Teilen der Bevölkerung, sozusagen ein direktes Sprachrohr aus dem Volk. Ihre Gemeinsamkeit ist, dass die jeweiligen Korrespondenten direkt aus ihrem alltäglichen Leben berichten: aus dem Betrieb, dem Viertel, der Familie, der Schule, usw… Als Presse aus dem Volk, drückt die revolutionäre und demokratische Presse nicht nur die Interessen des Großteils der Bevölkerung aus, sondern bindet deren Repräsentantinnen und Repräsentanten auch aktiv ein, gibt ihnen eine Stimme, präsentiert die verschiedenen Meinungen und Ideen aus den Massen um sie miteinander vergleichen zu können und in Diskussion treten zu lassen. Daher finden in der Roten Fahne die Arbeiterinnen und Arbeiter, Stimmen der Jugend- und Frauenbewegung, der Studierenden, der Gewerkschaftskräfte, der Migrantinnen und Migranten ebenso wie der kleinen Selbstständigen und Gewerbetreibenden, Stimmen aus Stadt und Land, eine Plattform und ein Organ. Die Korrespondenten sind keine Redaktionsmitglieder, weshalb sie auch nicht im engeren Sinne an die Blattlinie gebunden sind, sondern “ihre Stimme” zum Ausdruck bringen.



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